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Spreeradweg
in Berlin-Moabit

Spreeradweg: Uferstreit jetzt auch in Berlin

Berlin, 1. Juni 2009

Der Berliner Mauerweg am Potsdamer Ufer des Griebnitzsees hat inzwischen traurige Berühmtheit erlangt - Privateigentümer haben dort einen Uferweg mit Zäunen gesperrt. An einem Abschnitt des Spreeradweges in Berlin-Mitte droht nun ein ähnliches Schicksal.

Der Spreeradweg führt vom Berliner Hauptbahnhof immer am Nordufer entlang zur Havelmündung nach Spandau. Über breite Rampen geht es barrierefrei hinunter zum Spreeufer und dann wunderbar entspannt durch den Moabiter Werder. Wo sich einst der Lehrter Güterbahnhof befand, ist in den vergangenen Jahren einer der schönsten Grünzüge Berlins entstanden.

Hotelbetreiber Abion sperrt den Uferweg über das einstige Bolle-Gelände

Ein paar hundert Meter weiter quert der Spreeradweg das Gelände der einstigen Meierei Bolle, wo inzwischen das Bundesinnenministerium und ein Hotelkomplex entstanden sind. Auch hier gibt es einen Uferweg - die privaten Investoren mussten in den 1990er Jahren ein öffentliches Wegerecht einräumen, ohne das der Vertrag nicht zustande gekommen wäre. Inzwischen scheint sich der Hotelbetreiber Abion nicht mehr an die Vereinbarung gebunden zu fühlen - der Durchgang ist seit einigen Tagen an der schmalsten Stelle mit Verbotsschildern gesperrt und mit Blumenkübeln verbarrikadiert worden.

Kurzfristiger Vororttermin bringt keine schnelle Lösung

Gleich mehrere Anwohner beschwerten sich daraufhin am Freitag beim Berliner Fahrradbeauftragten Benno Koch, da sie die Sperrung für illegal hielten. Bei einen Vororttermin noch am selben Abend mit der Polizei, einigen Anwohnern und dem geschäftsführenden Direktor des Abion, Michael Eiser, konnte zunächst keine Einigung erzielt werden. In der kommenden Woche will sich der Fahrradbeauftragte um eine unkomplizierte und schnelle Lösung beim zuständigen Bezirk Mitte bemühen.

Bereits vor einem Jahr mussten feste Umlaufsperren wieder entfernt werden

Kurios ist die Sperrung in jedem Fall. Bereits vor einem Jahr gab es einen ersten Versuch des Abion mithilfe von fest eingebauten Umlaufsperren den Durchgang nicht nur für Radfahrer, sondern auch für Kinderwagen und Rollstühle praktisch unmöglich zu machen. Da sich der Bereich um eine Rettungsfläche für die Feuerwehr handeln soll, wurden die festen Einbauten kurz darauf wieder entfernt.

Tatsächlich ließe sich die Situation leicht entspannen, wenn die ursprünglich in einem offenen Untergeschoss des Hauses geplante Terrasse nicht ausgerechnet im schmalsten Abschnitt des Uferweges, sondern ein paar Meter weiter seitlich des Restaurants aufgebaut werden würde.

Aufwändige Investition an der Lessingbrücke für Radfahrer und Fußgänger

Kaum hundert Meter weiter befindet sich zudem die neue Unterführung der Lessingbrücke. Vor genau zwei Jahren wurde hier für 500.000 Euro auf 120 Metern Länge ein neuer Abschnitt entlang der Stadtspree für Fußgänger und Radfahrer fertiggestellt - doch ohne fahrradfreundliche Verbindung über das einstige Bolle-Gelände, ist diese Investition genaugenommen kein schönes Beispiel für die Fahrradstadt Berlin.

 

Hintergrund Spreeradweg in Berlin

- Fotos in der Bildergalerie www.benno-koch.de ansehen

- Übersicht der Radrouten durch Berlin unter www.stadtentwicklung.berlin.de (der Spreeradweg ist in der Übersichtskarte zu finden, dort allerdings nur grob und auf der falschen Uferseite eingetragen ...)