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Fürst-Pückler-Radweg
Schloss Fürstlich Drehna

Fürst-Pückler-Weg: Sommer-Radtourentipp auf Radio Eins

Berlin, 10. August 2009 [zuletzt aktualisiert 11.08.09, 22.18 Uhr]

Immer montags um 17.30 Uhr gibt's auf Radio Eins die spannendsten Sommer-Radtouren mit Benno Koch zum Hören - und samstags nachmittags zum Nachradeln. Heute wird der Fürst-Pückler-Weg vorgestellt - durch die atemberaubenden Landschaften der Lausitz nach der Braunkohle.

In der vergangenen Woche ging es auf dem Berliner Mauerweg zum BBI-Airport und dem dortigen Infotower - und weiter ins grüne Herz Köpenicks auf den Müggelturm mit dem wohl grünsten Ausblick Berlins. 24 Radio Eins Hörerinnen und Hörer waren diesmal mit Benno Koch auf der Piste - die Fotos der Radtour und Tipps für den Berliner Mauerweg sind unter fotos.benno-koch.de anzusehen und unter www.benno-koch.de nachzulesen.

Tipp: 60 Kilometer auf dem Fürst-Pückler-Weg von Raddusch nach Luckau

Diesmal geht der Radio Eins Sommer-Radtourentipp auf dem Fürst-Pückler-Radweg entlang - auf einem Abschnitt mit atemberaubenden Ausblicken über einstige Braunkohletagebaue und heutige Naturparadiese. Das Ganze wird eingerahmt von einer Slawenburg bei Raddusch, einem Märchenschloss in Fürstlich Drehna und beschaulichen Landstädtchen wie Calau und Luckau.

Die Tour kann individuell nachgeradelt werden - oder wie jeden Samstag als geführte Radtour mit Benno Koch: Treffpunkt Samstag, 15. August 2009 um 11.30 Uhr vor dem Berliner Hauptbahnhof (Washingtonplatz - Spreeseite) mit Open End in den Sonnenuntergang. Die Tour ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich - weitere Infos dazu am Ende dieses Artikels und unter www.benno-koch.de.

Vier Sterne für den Fürst-Pückler-Weg

Zwei Brandenburger Radfernwege sind soeben vom ADFC mit vier von fünf Sternen ausgezeichnet worden. Den Oderbruchbahnradweg konnten Radio Eins Hörer bereits vor zwei Wochen an dieser Stelle testen - und sie waren begeistert!

Der Fürst-Pückler-Weg geht durch eine noch spektakulärere Landschaft zwischen einstigen Braunkohletagebauen und neu entstehenden Seen hindurch. Wie überall in der Lausitz sind rund um die neuen Seen ebenso neue Asphaltpisten entstanden. Und davon gibt es so viele, dass hier scheinbar jeder Weg ein Abschnitt des Fürst-Pückler-Radweges ist.

Fürst-Pückler-Weg: Eine gute Bahnstunde von Berlin entfernt

Dieser Radtourentipp beginnt am Bahnhof Raddusch - gut eine Stunde mit dem RegionalExpress RE2 von Berlin entfernt. Zurück geht es ebenfalls mit dem RegionalExpress in einer guten Bahnstunde nach Berlin - vom Bahnhof Luckau-Uckro mit dem RE3.

Vom Bahnhof geht es ohne Fahrradwegweisung in südwestlicher Richtung zur Slawenburg Raddusch. Später wird die Fahrradwegweisung besser - aber auch manchmal verwirrend. Übersichtstafeln gibt es nicht. Als Symbol für den Fürst-Pückler-Weg dient ein blaues, auf der Spitze stehendes Viereck.

Oft sind die Wege neu asphaltierte Uferstraßen durch einstige Tagebaulandschaften - die mit einem Verkehrsverbot für alle Fahrzeuge gesperrt sind. An eine offizielle Freigabe für Fahrradfahrer mit einem Zusatzschild hat vermutlich noch niemand gedacht - auch wenn die Aufkleber des Fürst-Pückler-Weges manchmal direkt an den Verbotsschildern kleben.

Von der Slawenburg in die Stadt der Kalauer

Hinter der Slawenburg Raddusch geht es traumhaft schön auf einer Asphaltpiste weit oberhalb des entstehenden Bischdorfer Sees entlang. Hinter den Windkraftanlagen etwa in der Mitte des Sees (kein Wegweiser) geht es links auf einer asphaltierten Allee nach Kalkwitz und weiter nach Sassleben. In Calau schlägt der Fürst-Pückler-Weg einige unklare Haken - naja, man ist ja hier irgendwie in der Stadt der Kalauer.

Und so führt die Route entgegen der Einbahnstraße (ohne Freigabe und Wegweiser) der Cottbusser Straße zum Rathaus. Ein paar Meter weiter wartet die Aussichtsplattform der Stadtkirche Calau in 37 Metern Höhe auf neugierige Besucher (wohl nur mit Anmeldung ...) - und einige Cafés am Markt auf hungrige Radfahrer.

Aus Calau hinaus geht über die Schlossstraße und den Säritzer Weg ins Dorf Säritz. Kurz darauf gabelt sich am Waldrand der Fürst-Pückler-Weg - halb links geht es über Klein Mehssow nach Fürstlich Drehna, auch wenn der Wegweiser einen anderen Weg empfiehlt ...

Fürstlich Drehna - eine Traumkulisse am einstigen Tagebauabgrund

In Fürstlich Drehna wartet ein einmaliges Ensemble aus Wasserschloss, historischem Gasthof Zum Hirsch und Gutshof samt Brauerei - vieles in neuer Schönheit perfekt saniert. Noch in den 1980er Jahren bedrohte der Braunkohletagebau Schlabendorf Süd Fürstlich Drehna und zerstörte die Hälfte des Schlossparks. Heute entstehen in den einstigen Tagebaulöchern rund um das Dorf mit dem Drehnaer und Schlabendorfer See spektakuläre Landschaften neu.

Schloss Fürstlich Drehna: "Auf Ihr Verständnis hoffend ..." statt "Herzlich Willkommen!"

Doch was ist mit dem für 13 Millionen Euro sanierten Schloss los, fragen sich Dorfbewohner und Touristen? "Auf Ihr Verständnis hoffend, möchten wir Sie höflichst darauf hinweisen, dass das Betreten des Schlosshotels ausschließlich unseren Hotelgästen und Restaurantbesuchern vorbehalten ist", hieß es noch Ende September 2008 etwas ungelenk an der Schlossbrücke - also etwa dort, wo normalerweise "Herzlich Willkommen!" steht.

Aber auch der Versuch untertänigst alle Forderungen zu erfüllen scheiterte damals schon an der ersten Hürde: "Da Sie an der Tür der Rezeption waren, sehen Sie ja den Grund, warum wir sie abschließen müssen. Schaulustige betreten immer wieder das Haus und streifen unbeaufsichtigt umher", hieß es später auf schriftliche Nachfrage wie man denn nun Restaurantbesucher oder gar mehr werden könne.

Speisekarten am Schloss und an der Schenke sind verschwunden

Inzwischen sind die Speisekarten am Schloss und benachbarten Schenke Pferdestall verschwunden, Hotelgäste sind keine zu sehen und scheinen sich selten in eines der insgesamt 50 Zimmer zu verirren, sagen Dorfbewohner. Naja, wie man denn sogar Hotelgast werden könne, klären wir beim nächsten Mal. Das Haus gehört übrigens der gemeinnützigen Brandenburgischen Schlösser GmbH ...

Von der Bergener Höhe zum Heinz Sielmann Naturparkzentrum Wanninchen

Links am Schloss vorbei führt der Fürst-Pückler-Weg als gut befahrbarer Kiesweg nach Bergen. Kurz vor dem Dorf ist an der Abbruchkante zum einstigen Tagebau der Aussichtspunkt Bergener Höhe zu finden. Hier ahnt man, welche Dimensionen die einstigen Tagebaue hatten. Am Horizont ziehen große Vogelschwärme über die entstehenden Wasserflächen des Schlabendorfer Sees. Etwas weiter im einstigen Dorf Wanninchen steht noch genau ein Haus, in dem das Heinz Sielmann Naturparkzentrum entstanden ist - und liegt in der Hauptferienzeit irgendwie verlassen da.

Vom Herrenhaus Beesdau in die einstige Hauptstadt der Niederlausitz nach Luckau

Auf der Stichstraße geht es zunächst zurück und dann weiter ins ausgeschilderte Beesdau, wo ein renovierungsbedürftiges und vielleicht gerade deshalb prächtiges Herrenhaus überrascht. Auf einer ruhigen Allee wird dann Goßmar erreicht, wo der Radweg am Bornsdorfer Kohlegraben nach Luckau abzweigt.

Barocke Giebelhäuser in der Stadt mit historischem Stadtkern

Luckau, die alte Hauptstadt der Niederlausitz, ist eine von 29 in der Arbeitsgemeinschaft "Städte mit historischem Stadtkern" zusammengeschlossenen Brandenburger Städten. Und spätestens seit der ersten Landesgartenschau im Jahr 2000 erscheinen viele Gebäude in alter, manchmal auch schon wieder vergänglicher Pracht. Rund um den Marktplatz beeindrucken barocke Giebelhäuser aus dem 17. Jahrhundert - erst mit dem Wiener Kongress 1815 wurde die Niederlausitz und vielleicht auch der Baustil preußisch.

Luckau: Wo wird noch frisch und vielleicht auch regional gekocht?

Bleibt die Frage, wo bekommen hungrige Fahrradtouristen nach fast 60 Kilometern im Sattel in Luckau eine frische, moderne und regionale Küche? Kurz: Wo wird noch richtig gekocht? Vor dem Ratskeller am Markt sind alle Plätze besetzt. Doch die Speisekarte macht mit 154 Gerichten und vielen kleinen Nummern wenig Hoffnung auf bodenständige kulinarische Genüsse.

Fürst-Pückler-Weg: Auf der Suche nach den historischen Orten des Genusses ...

Was hätte da der Gourmet Hermann Ludwig Heinrich Fürst von Pückler-Muskau gesagt? Die Antwort könnte es am 13. September 2009 in den "Historischen Orten des Genusses" im Schloss und Park Branitz geben - und genau da führt ja der insgesamt 500 Kilometer lange Fürst-Pückler-Weg auch vorbei. Beim nächsten Mal.

Diesmal sind es von Luckau noch sieben Kilometer nach Uckro und dem dortigen Bahnhof Luckau-Uckro. Eine sinnvolle Alternative zur radweglosen Bundesstraße B102 gibt es nicht, allerdings hält sich der Verkehr dort am Wochenende in eher ruhigen Grenzen ...

 

Hintergrund Fürst-Pückler-Weg

- Radio Eins Hörer können diesen Radtourentipp als am kommenden Samstag, 15. August 2009, kostenlos mit Benno Koch nachradeln: Treffpunkt Berlin-Hauptbahnhof (Ausgang Spreeseite - Washingtonplatz) um 11.30 Uhr - und es ist wie immer Open End mit einem Restaurant-Besuch geplant (Gesamtlänge Radtour rund 60 Kilometer), Anmeldung per SMS an 0157 737 46 049 sinnvoll, aber nicht Bedingung - aktualisierte Infos zur geführten Radtour an diesem Samstag sind unter www.benno-koch.de zu finden

- am Ende der heutigen Sendung werden aktuelle Landkarten vom Pietruska-Verlag (unter anderem "Berliner Umland", "Elbe-Elster-Land" oder "Niederlausitz" - natürlich mit dem Fürst-Pückler-Weg und allen Radfernwegen Berlin-Brandenburgs) an die schnellsten Anrufer verlost

- den vorgestellten Abschnitt des Fürst-Pückler-Weges in der Bildergalerie www.benno-koch.de ansehen

- den GPS-Track des vorgestellten Abschnitt Raddusch-Luckau unter kontakt@benno-koch.de anfordern

- den offiziellen Flyer des Fürst-Pückler-Weges unter www.niederlausitz.de herunterladen (pdf-Datei)