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Mit dem Aushilfs-Weihnachtsmann unterwegs

Himmelpfort, 4. Dezember 2011

Gestern Mittag war es so weit: Der inoffizielle Weihnachtsmann und sein Gefolge zogen in Himmelpfort ein. Einfach so aus Spaß als Teil einer Radtour. Hundert Kinderaugen leuchteten, die Eltern und Großeltern waren erleichtert. Denn genaugenommen hockte der offizielle Himmelpforter Weihnachtsmann irgendwo auf seiner Datscha oder hatte keine Lust, weil sich ja alles sowieso nicht lohnt.

Es wurde so etwas wie der krönende Abschluss vieler wunderbarer Radtouren mit Benno Koch in diesem Jahr. Auf der Tour Brandenburg ging es entspannt von Fürstenberg über Himmelpfort und Lychen nach Templin. Durch alte uckermärkische Wälder, an leuchtenden Seen und mystischen Orten vorbei. Und extra für den inoffiziellen Weihnachtsmann wurde sogar eine Kutsche samt "Rentieren in abgespeckter Version" angekarrt.

Es gehört zu den Geheimnissen der so genannten Brandenburger Tourismusfachleute, warum nicht nur gestern auf dem Himmelpforter Wichtelmarkt der offizielle Weihnachtsmann fehlte und die Türen des so genannten Weihnachtspostamtes verschlossen waren. An den Adventswochenenden wagt sich der bestens bezahlte alte Herr nur kurz aus seinem Versteck. Vielleicht muss ja noch was an der Datscha oder am Auto geschraubt werden. Oder er hat einfach keine Lust, weil sich ja auch "noch nie jemand beschwert hat".

Die kleine Provinzposse die sich gestern Mittag im angeblich "größten Weihnachtspostamt Deutschlands" abspielte, hatte die vielen extra angereisten Eltern und Großeltern schon an den Rand der Verzweiflung gebracht. Der Ort mit dem unbezahlbaren Namen wirkt wie die Blaupause dafür, wie Tourismus früher einmal war - und wirtschaftlich nicht funktioniert.

Die vor einem Jahr bei einem Großbrand entstandene Ruine des Wirtschaftsgebäudes des einstigen Ziesterzienserklosters modert im Ortskern vor sich hin. Der zentrale Laden im Ort heißt Bei Uwe - und hat am Wochenende verständlicherweise zu. Wer von den tausenden Ausflüglern will schon was kaufen? Zum Thema Gastronomie erwähnt selbst die offizielle Website www.himmelpfort.de - im eigentlichen Weihnachtsmanndorf - nichts. Irgendwie scheint die Zeit stehen geblieben zu sein - im schlechtesten Sinne. Vielleicht einfach mal bei den Mitbewerbern in Rovaniemi in Lappland informieren?

Und so holpert der Brandenburger Tourismus trotz vieler guter Ansätze weiter vor sich hin und dem Berlin-Tourismus hinterher. Passend dazu wird von den bezahlten Profis in Potsdam noch immer gerne irgendwann im April "angeradelt", um im September möglichst schnell ein vermeintliches "Saisonende" für den Fahrradtourismus zu verkünden. Einen Grund dafür gibt es nicht.

Ganz im Gegenteil gehörten die Spätherbst-Radtouren im Jahr 2011 zu den schönsten Erlebnissen des Jahres. Und mit der Natur Therme Templin stand gestern bereits zum fünften Mal eine der vielen (defizitären) Thermen Brandenburgs am Ende einer geführten Radtour mit Benno Koch.

Stichwort Rad und Therme: Ein viel zu schönes Thema, um es im Winterhalbjahr nicht weiterzuführen. Die Termine gibt's wie immer Anfang der Woche für den folgenden Samstag unter www.benno-koch.de nachzulesen - und wenn Ihr wollt, auch weiterhin (fast) jeden Samstag! Naja, außer vielleicht in den Weihnachtsferien. Doch die erste Spur im Schnee ist ein unvergessliches Erlebnis, egal ob im Dezember oder Januar - natürlich mit Kamin, Blockhaussauna und gutem Essen als Abschluss. Versprochen!

 

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