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Piotr Krzystek
(Stadtpräsident Stettin)
und Benno Koch
(Fahrradexperte):
"Zwischen Berlin und Stettin
aufs Rad steigen!"

Konzept für den Radweg Berlin-Stettin

Berlin, 23. Februar 2012 [zuletzt geändert 13.09.12, 1:03 Uhr]

Stettin ist die größte Stadt im Umland von Berlin. Dazwischen liegt eine touristisch unentdeckte Sehnsuchtslandschaft, die ihr Potential bisher weit unter Wert verkauft. Mit dem Europaradweg R1, der Tour Brandenburg und dem Oder-Neiße-Radweg gibt es bereits ein fast durchgehendes Asphaltband - so etwas wie der 190 Kilometer lange "Radweg Berlin-Stettin inkognito".

Die Idee für einen neuen Radweg Berlin-Stettin zwischen den Metropolen soll nun Realität werden. Ein erstes Konzept wird am 16. April 2012 auf der Fahrradkonferenz in Gartz von Benno Koch vorgestellt. Nur wenige Kilometer Lückenschlüsse im Stadtgebiet von Stettin, Berlin, Altlandsberg, Strausberg und Wriezen wären nötig. Zusammen mit einer durchgehenden Fahrradwegweisung, einer Website und ein wenig Pressearbeit könnte ein echtes Highlight in der Metropolenregion neu entstehen. Und in der strukturschwachen Region entlang der Oder neue Impulse geben.

Nur zaghaft wird die Oder wiederentdeckt. Anders als die Elbe oder der Rhein war der Fluss nicht nur im Kalten Krieg auch als so genannte "Oder-Neiße-Friedensgrenze" wirtschaftlich und touristisch eine Art Niemandsland.

Später als an anderen Strömen Europas begann im 13. Jahrhundert mit den Klöstern der Templer, Johanniter und Zisterzienser die Entdeckung der Region. Gartz an der Oder ist heute so etwas wie ein verträumter, verfallener und verarmter Vorort von Stettin. Kaum vorstellbar, dass die weniger als 2.500 Einwohner zählende Kleinstadt im Jahre 1325 Mitglied der Hanse wurde.

Im Jahr 2012 wird auch der 300. Geburtstag des Preußenkönigs Friedrich II. gefeiert. Mit der Trockenlegung des Oderbruchs zwischen 1735 und 1762 hat niemand die Landschaft zwischen Berlin und Stettin so stark verändert wie der Alte Fritz. Auf dem neuen Radweg Berlin-Stettin kann diese Geschichte wieder lebendig werden. Der vorhandene Oder-Neiße-Radweg soll diese Funktion von der deutsch-polnischen Grenze im Amt Gartz bis zur Oderbrücke Bienenwerder übernehmen. Von dort geht es auf der Tour Brandenburg weiter Richtung Berlin.

Die touristisch unentwickelte Stadt Wriezen bezeichnet sich selbst als Tor zum Oderbruch - mit dem neuen Radweg Berlin-Stettin könnte die Kleinstadt eine neue wirtschaftliche Chance bekommen. Über die Barnim-Hochfläche geht es auf der Tour Brandenburg hinauf zu den Schlössern Reichenow und Prötzel nach Strausberg Nord. Eine fast perfekte Fahrradstraße führt hier landschaftlich schön leicht hüglig über die Dörfer - und ist noch immer ein Geheimtipp.

Von Strausberg Nord fehlt ein kurzes Stück Radweg, welches man auch so bezeichnen kann - mindestens 2,5 Meter breit, asphaltiert und autofrei - bevor es Richtung Altlandsberg und Hönow weiter auf dem Europaradweg R1 zur Berliner Stadtgrenze geht. Auch hier gibt es noch die eine oder andere Lücke. Aber mit der Hellersdorf-Route ist eine fast durchgängige, vergleichsweise ruhige Piste in die Wiege Berlins und zum neuen Berliner Stadtschloss schon vorhanden - wenn man den Hellersdorfer Graben und andere Abschnitte ausbaut und ergänzt.

Der Radweg Berlin-Stettin wäre auch hier eine einmalige touristische Chance für den mit Vorurteilen einer Plattenbausiedlung kämpfenden Bezirk Marzahn-Hellersdorf, der bisher wenig vom Tourismusboom der Hauptstadt profitiert. Ein bisschen zu Unrecht, denn mit den Gärten der Welt, dem Wuhletal und auch sonst viel Grün und wenig Beton ist vieles von dem was Touristen suchen bereits vorhanden. Ein klares Bekenntnis zum Fahrradtourismus fehlt noch - Berlin-Stettin könnte dies ändern.

 

Hintergrund Radweg Berlin-Stettin