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Wittstock (Dosse):
Die Alte Bischofsburg
und den
Prignitz-Express-Radweg
entdecken

Prignitz-Express-Radweg: Kloster Stift, Bischofsburg und Fontane

Berlin, 17. Juli 2012 [zuletzt geändert 20.07.12, 20:22 Uhr]

Bereits vor fünf Jahren wurde dieser Radweg offiziell eröffnet: Meist parallel zur Bahnlinie des Prignitz-Express verbindet der gleichnamige Radweg die historischen Altstädte und beschaulichen Dörfer im Nordwesten Brandenburgs. Benno Koch verrät am Samstag, 21. Juli 2012 die schönsten Strecken durch den Fahrradsommer.

Es gibt nur wenige Bahnlinien in Brandenburg die einen eigenen Namen vermarkten. Der Prignitz-Express zählt dazu und weckte schon Sehnsüchte von Touristen nach beschaulichen Fachwerkstädtchen, Burgen und Klöstern, als noch nicht einmal sicher schien, dass hier wirklich eines Tages wieder Züge verkehren würden. Im Februar 2005 war dann auch der Abschnitt nach Wittstock (Dosse) wieder in Betrieb.

Der 43 Kilometer lange Prignitz-Express-Radweg weckte dann ab 2007 Lust, die ruhigen Wälder, Felder und Dörfer entlang der Bahnlinie zu entdecken. Immer wieder blitzten die einsamen Betonspuren des Radweges hinter den Zugfenstern hervor. Nicht ganz so spektakulär wie der Rallarvegen neben der Bergenbahn über die Hardangervidda - aber eben märkisch unspektakulär schön. Und besser befahrbar als das Pendant in Norwegen - auch wenn noch immer ein paar Kilometer Radwegbau fehlen.

Los geht es an einer anderen Bahnlinie ein paar Kilometer weiter in Blumenthal (Mark). Der kleine Bahnhof liegt an der Regionalbahnstrecke PE73 zwischen Neustadt (Dosse), Kyritz und Pritzwalk - und ist akut mit der gesamten Strecke von der Stilllegung bedroht. Die rund 42 Kilometer lange Nebenbahn wird heute von der Prignitzer Eisenbahn betrieben.

Und wieder regt sich in der strukturschwachen Region Widerstand gegen die von der Brandenburger Landesregierung angekündigte Stilllegung. Bereits 1996 hatte der frühere DB-Mitarbeiter Thomas Becken mit der Gründung einer privaten Prignitzer Eisenbahn GmbH und neuen Ideen die Nebenbahnen in der Region retten können. Vor allem für den Fahrradtourismus in der Prignitz eine wichtige Entscheidung - Busse können in Brandenburg die Fahrradmitnahme der Bahnen nicht ersetzen. Und noch immer fahren die Busunternehmer lieber leer durch die Gegend als auch nur ein Fahrrad einzuladen.

Der nächste Höhepunkt dieser Radtour wartet gleich in Blumenthal. Der mit 45 Meter höchste freibegehbare Holzaussichtsturm Deutschlands wurde hier 2004 eröffnet. Von den fast 100 Meter hohen Blumthaler Bergen geht es dann hinunter und auf der Klostertour weiter nach Heiligengrabe.

Das Kloster Stift zum Heiligengrabe ist vor 725 Jahren als Zisterzienserinnenkloster gegründet worden und gilt heute als Denkmal von nationaler Bedeutung. Ein durchaus lebendiges mit einer Äbtissin und richtigen Klosterdamen.

Auf dem Radweg Tour Brandenburg geht es weiter in die Bischofstadt Wittstock. Bereits 946 wurde die Siedlung erstmals erwähnt und bekam 1248 das Stadtrecht. Heute gleicht die Szenerie der sanierten Altstadt einem großen Freiluftmuseum. Das Ensemble aus der 2,5 Kilometer langen Stadtmauer, der Alten Bischofsburg aus dem Jahre 1244 und der alles überragenden St. Marien Kirche aus dem 13. Jahrhundert will entdeckt werden.

Auf dem Prignitz-Express-Radweg werden dann beschauliche Dörfer wie Fretzdorf und Netzeband durchquert, bevor die klassizistische Stadtanlage von Neuruppin alle Träume Brandenburgs zu vereinen scheint. Vielleicht ein Grund warum der Neuruppiner Theodor Fontane Geschichten aus dem meist unspektakulären märkischen Streusand ausgegraben hat, die nicht mal auf den zweiten Blick zu erkennen waren.

Natürlich wartet unterwegs ein Café und zum Abschluss ein gutes Restaurant - auf einer entspannten Sommerradtour für Genießer.

 

Einfach anmelden - Prignitz-Express-Radweg erleben!

  • Sonnenuntergangstour: geführte Radtour mit Benno Koch am Samstag, 21. Juli 2012

  • Strecke: Die rund 60 Kilometer kurze Tour auf dem Prignitz-Express-Radweg ist kein Radrennen, sondern ein Angebot für Rad fahrende Genießer.

  • Treffpunkt: 9:10 Uhr, Berlin Hauptbahnhof

  • Ende: kurz vor 23:00 Uhr in Berlin-Mitte

  • Teilnahmegebühr für die Radtour: 12 Euro ermäßigt 8 Euro pro Person

  • externe Kosten: die Bahnfahrt (5,60 Euro bei einer durch fünf teilbaren Teilnehmerzahl plus 5,00 Euro fürs Fahrrad) sowie der Café- und Restaurantbesuch kommen hinzu

  • Anmeldung: schickt mir bitte einfach eine SMS an Mobil 0157/73746049 oder eine E-Mail an kontakt@benno-koch.de

  • Anmeldestand (20. Juli 2012, 20:22 Uhr): noch 8 von 20 Plätzen frei

  • Badepausen: im Ruppiner See und an anderen Stellen möglich, Badesachen bitte nicht vergessen!

  • Übernachtung: die Radtour auf dem Prignitz-Express-Radweg nach Neuruppin kann mit einer Übernachtung (einfach bei Anmeldung zur Radtour Übernachtungswunsch angeben) zum Sonntag, 22. Juli 2012 und der Radtour auf dem Radweg Stille Pauline kombiniert werden

  • Teilnahmebedingungen: es gelten die Regeln der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), die Teilnehmer tragen selbst das allgemeine Risiko, das die Teilnahme am Straßenverkehr mit sich bringt und sind für die Sicherheit ihres Fahrrades selbst verantwortlich, die Rückfahrt erfolgt in der Dunkelheit (Licht)

  • Fahrrad und Bahn: damit auch die Fahrt mit dem RegionalExpress entspannt wird, bitte immer sämtliche Packtaschen und Körbe (auf die eigentlich generell verzichtet sollte) vom Fahrrad nehmen und die Räder mit den Lenkern entgegengesetzt an die Klappsitze lehnen, Fahrgäste auf den Klappsitzen ohne Fahrräder freundlich bitten aufzustehen – und natürlich Rücksicht nehmen!

 

Hintergrund

  • Fotos des Prignitz-Express-Radweges der Bildergalerie www.benno-koch.de ansehen

  • gpx/gps-Track der Radtour auf dem Prignitz-Express-Radweg als zip-Datei (6 kb) herunterladen