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Traumziel
Seebrücke Ahlbeck:
Im Spätherbst ist
nicht nur hier die
Ruhe und Beschaulichkeit
zurückgekehrt

Tag am Meer: Quer über die Insel Usedom ins Seebad Ahlbeck

Berlin, 12. November 2012 [zuletzt geändert 16.11.12, um 23:36 Uhr]

Ein Traumwochenende steht bevor. Die Sonneninsel Usedom soll Mitte November von satten sieben Stunden Sonnenschein verwöhnt werden. Jetzt hält die Ruhe und Schönheit der Insel hier links und rechts des Radweges Berlin-Usedom was sie im Sommer oft nur verspricht. Benno Koch verrät am Samstag, 17. November 2012 die schönsten Lichtblicke im Spätherbstgrau.

Im Sommer brauche er mit dem Auto eine halbe Stunde von seinem Wohnort in der Stadt Usedom zu seinem Arbeitsplatz im Wasserschloss Mellenthin. Der Mann würde gerne mit dem Rad zur Arbeit fahren, sagt er, traut sich aber nicht. An der stark befahrenen Bundesstraße gibt es keinen Radweg. Dabei wären die weniger als zehn Kilometer mit dem Fahrrad leicht in der gleichen Zeit zu schaffen. Obwohl der Radweg Berlin-Usedom einmal rund um die Insel führt und das Wort Fahrrad in jedem Tourismusflyer die Hitliste anführt, gibt es auf Usedom bis heute keine einzige Fahrradstraße.

In diesen Spätherbsttagen ist hier alles ruhig. Niemand wagt sich in die eiskalten Fluten der Ostsee. Und auch sonst verirren sich nur wenige Touristen auf die Insel. Die Usedomer Bäderbahn fährt mit nur einem Triebwagen. Im Sommer sind es drei. Auf den Straßen, Radwegen und Strandpromenaden ist Ruhe eingekehrt. Wer entspannen will, kann Usedom jetzt wirklich genießen.

Anfang September 2007 wurde der Radweg Berlin-Usedom offiziell eröffnet. Seit dem ist er eine Erfolgsgeschichte. Mit der Ostseefahrt gingen in vier Jahren fast 500 Fahrradtouristen auf Entdeckungsreise. Trotzdem hat der überregionale Radfernweg noch heute einige Lücken.

Auch von den vorhandenen Abschnitten müssten einige dringend überarbeitet werden. Wer will schon Urlaub hinter der Leitplanke einer stark befahrenen Landstraße machen - wie zum Beispiel zwischen Pasewalk und Uckermünde? Auch rund ums Stettiner Haff ist der Radweg eine durchwachsene Angelegenheit - selbst Trampelpfade sind zwischen Uckermünde und Anklam durchs Anklamer Moor zu finden.

Noch problematischer ist die Bahnanbindung. Die am Ende des Zweiten Weltkrieges zerstörte Eisenbahnbrücke über den Peenestrom bei Karnin ist noch immer außer Betrieb. Und so brauchen die Züge heute vier Stunden zwischen Berlin und Swinemünde - auf der direkten Linie wären es ganze zwei Stunden. Dieses Land braucht keine neuen halbe Milliarden teuren drei Kilometer kurzen Autobahnstummel wie in Berlin oder ähnlich sinnfreie Ortsumgehungen in Brandenburg, sondern eine aufgeklärte Verkehrspolitik.

Diese Radtour zeigt schon mal wie es gehen kann. Mit der Bahn geht es in gut zwei Stunden von Berlin nach Anklam. Anfangs auf dem Radweg Berlin-Usedom führt die Strecke dann entspannte 50 Kilometer ins Seebad Ahlbeck. Hinter dem beschaulichen Städtchen Usedom wird eine Mischung aus Wald- und Feldwegen abseits der Bundesstraße Richtung Mellenthin getestet - inklusive eines kurzen nur mit GPS aufindbaren Trampelpfades. Hier könnte eine sinnvolle Fahrradstraße entstehen und einen echten Usedom-Rundweg für Fahrradtouristen vernetzen.

Im fast 500 Jahre alten Wasserschloss Mellenthin warten dann eine neue Schlossbrauerei, eine Kaffeerösterei und ein einzigartig schönes Restaurant. Das mit der Waffelbäckerei und dem angeblichen Geheimrezept ist natürlich hoffnungslos übertrieben. Es ist, sagen wir mal labbriger, geschmacksarmer Durchschnitt. Aber das Renaissance-Ambiente entschädigt mehr als genug.

Dann geht es beschaulich schön leicht hügelig über die Dörfer in Richtung der drei Kaiserbäder Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck. Die Strandpromenade ist hier vor ein paar Jahren mit einem drei Meter breiten asphaltierten Radweg verbreitert worden - neben dem Gehweg. Vor einigen Monaten kam ein neuer Abschnitt zwischen Ahlbeck und Swinemünde über den einst stark gesicherten Grenzstreifen zwischen Deutschland und Polen hinzu.

Doch noch hängen einige alte "Für Radfahrer verboten" Schilder. Viele Einbahnstraßen sind für Radfahrer noch immer in Gegenrichtung gesperrt. Stattdessen darf in den Ortschaften trotz des Erholungsversprechens im Regelfall noch immer mit Tempo 50 gerast werden. Dass in Mecklenburg-Vorpommern mehr als 50 Prozent aller Feriengäste im Urlaub Rad fahren, ist beim Straßenbau und bei der Verkehrsplanung nicht erkennbar. Ein Radverkehrskonzept gibt es nicht.

All dies spielt an diesem sonnenverwöhnten Novemberwochenende keine Rolle. Schließlich ist es für die meisten Touristen mit dem Auto längst zu kalt. Während es mit gesunder Bewegung auf dem Fahrrad warm und angenehmer kaum sein könnte. Und mit ein wenig Glück wird auch diesmal die Sonne glutrot direkt hinter der Traumkulisse der Seebrücke Ahlbeck versinken.

Unterwegs wartet wie immer ein Café und zum Abschluss ein gutes Restaurant. Vielleicht sogar mit Kamin. Auf einer entspannten Spätherbsttour für Genießer.

 

Einfach anmelden - Usedom und Meer erleben!

  • Sonnenuntergangstour: geführte Radtour mit Benno Koch am Samstag, 17. November 2012

  • Strecke: Die rund 50 Kilometer kurze Tour auf dem Radweg Berlin-Usedom ist kein Radrennen, sondern ein Angebot für Rad fahrende Genießer.

  • Treffpunkt: 8:15 Uhr, Berlin Hauptbahnhof

  • Ende: kurz nach 23:00 Uhr in Berlin-Mitte

  • Teilnahmegebühr für die Radtour: 12 Euro ermäßigt 8 Euro pro Person

  • externe Kosten: die Bahnfahrt (8,00 Euro bei einer durch fünf teilbaren Teilnehmerzahl plus 5,00 Euro fürs Fahrrad) sowie der Café- und Restaurantbesuch kommen hinzu

  • Anmeldung: schickt mir bitte einfach eine SMS an Mobil 0157/73746049 oder eine E-Mail an kontakt@benno-koch.de

  • Anmeldestand (16. November 2012, 23:36 Uhr): noch 1 von 20 Plätzen frei

  • Teilnahmebedingungen: es gelten die Regeln der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), die Teilnehmer tragen selbst das allgemeine Risiko, das die Teilnahme am Straßenverkehr mit sich bringt und sind für die Sicherheit ihres Fahrrades selbst verantwortlich, die Rückfahrt erfolgt in der Dunkelheit (Licht)

  • Fahrrad und Bahn: damit auch die Fahrt mit dem RegionalExpress entspannt wird, bitte immer sämtliche Packtaschen und Körbe (auf letztere sollte eigentlich generell verzichtet werden) vom Fahrrad nehmen und die Räder mit den Lenkern entgegengesetzt an die Klappsitze lehnen, Fahrgäste auf den Klappsitzen ohne Fahrräder freundlich bitten aufzustehen – und natürlich Rücksicht nehmen!

 

Hintergrund

  • Fotos des Radweges Berlin-Usedom der Bildergalerie www.benno-koch.de ansehen

  • gpx/gps-Track der Radtour auf dem Radweg Berlin-Usedom (Abschnitt Anklam-Ahlbeck - teilweise inoffiziell) als zip-Datei (46 kb) herunterladen