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Neuer Radweg
Mittenwalde-Zossen:
Zwei Mal 30 Höhenmeter
hinauf und auf neu
aufgeschütteten Dämmen
an der B246 entlang

Nottekanal-Radweg: Wo das Naheliegende so fern ist

Berlin, 18. April 2013 [zuletzt geändert 19.04.13, 15:33 Uhr]

Er war einer der klassischen Radwege der 1990er Jahre: Der Treidelweg am Nottekanal. Wunderbar grün, autofrei - und holprig. Jetzt ist ein neuer Radweg zwischen Mittenwalde und Zossen fast fertig. Und zwar ziemlich anders als es der gesunde Fahrradtouristen-Verstand für möglich gehalten hätte. Am Sonntag, 21. April 2013 verrät Benno Koch die merkwürdigsten Entdeckungen im Fahrradfrühling.

Bereits im September 2009 erfolgte in Mittenwalde der erste Spatenstich für den neuen Radweg nach Zossen. Fast vier Jahre später nähert sich der Asphaltstreifen nach gut sechs Kilometern Ausbaustrecke seiner Fertigstellung. Doch statt direkt auf dem vorhandenen, steigungs- und autofreien Treidelweg am Nottekanal entlang, führt der neue Radweg an der Bundesstraße B246 gleich zwei Mal 30 Höhenmeter hinauf und wieder hinunter. Und so ist er auch gleich noch 1,5 Kilometer länger als der direkte Weg unten im Tal. Ein gutes Beispiel dafür, was in der Fahrradförderung des Landes Brandenburg falsch läuft.

Genau vier Brücken mussten für den Radweg an der B246 neu gebaut werden. Auf dem Treidelweg am Nottekanal wäre es zur Not sogar ohne gegangen. Und so summieren sich die Kosten für 6,4 Kilometer langen neuen Radweg auf rund drei Millionen Euro - inklusive der vier Brücken bzw. deren Radweganteile. Richtig teuer waren außerdem ein bis zu zehn Meter hoher Damm und eine neue Stahlspundwand im Bereich der Ortseinfahrt Zossen, um überhaupt Platz für einen Radweg zu schaffen. Der nur zwei Meter breite Asphaltstreifen an der B246 dürfte so mit fast 500.000 Euro pro Kilometer der teuerste Radwegs Brandenburgs geworden sein. Eine neue einen Kilometer lange und drei Meter breit asphaltierte Fahrradstraße kostet im Normalfall ohne Extras nach wie vor um die 100.000 Euro.

Natürlich soll diese Radtour am Sonntag Nachmittag wie immer die schönsten Seiten der Region zeigen. In Königs Wusterhausen geht es auf der soeben eröffneten Fuß- und Fahrradbrücke hinüber zur Mühleninsel und zum Schloss. Der folgende Treidelweg am Nottekanal ist noch immer der Klassiker für Fahrradtouristen im Süden Berlins. Auch wenn er noch immer nicht durchgängig bis Mittenwalde und gemessen an der Nutzerzahl auch nicht breit genug ausgebaut ist.

Richtig breit geht es dann an der im Bau befindlichen Ortsumgehung Königs Wusterhausen zu. Für erstaunliche 9,7 Millionen Euro wird hier eine innerörtliche "Ortsumgehungsstraße" auf einer Länge von 3,7 Kilometer vollkommen neu gebaut. Dass Königs Wusterhausen mit den Autobahnen A10 und A13 bereits seit einem Dreivierteljahrhundert eine perfekte ortsnahe Umgehungsstraße hat, haben die Planer eventuell übersehen. Aber noch sind die bereits fertiggestellten Abschnitte der B179 neu fest in der Hand von Rad fahrenden Wochenendausflüglern.

In Mittenwalde verzaubert die sanierte Ackerbürgerstadt noch immer mit ihrer Stille und Schönheit. Ein nettes Café steht hier auf der Hälfte der rund 20 Kilometer kurzen Radtour natürlich auf dem Plan.

Etwas außerhalb des historischen Stadtkerns von Mittenwalde beginnt der neue Radweg. Doch vielleicht biegt diese Radtour auch einfach wieder auf den mit alten Alleebäumen gesäumten Treidelweg direkt am Nottekanal ab.

Und am Ende soll noch ein nettes Restaurant warten - auf einer entspannten Radtour für Genießer.

 

Einfach anmelden - Nottekanal-Radweg testen!

  • Sonnenuntergangstour: geführte Radtour mit Benno Koch am Sonntag, 21. April 2013

  • Strecke: Die rund 20 Kilometer kurze Radtour auf dem Nottekanal-Radweg ist kein Radrennen, sondern ein Angebot für Rad fahrende Genießer.

  • Treffpunkte: 13:15 Uhr Berlin Hauptbahnhof und 14:15 Uhr Königs Wusterhausen

  • Ende: gegen 18:30 Uhr in Zossen, die Züge der RE3 fahren von hier stündlich nach Berlin Hauptbahnhof und die der RE7 stündlich nach Berlin Lichtenberg

  • Teilnahmegebühr für die Radtour: 12 Euro ermäßigt 8 Euro pro Person

  • externe Kosten: die Bahnfahrt (5,80 Euro bei einer durch fünf teilbaren Teilnehmerzahl plus 5,00 Euro fürs Fahrrad) sowie der Café- und Restaurantbesuch kommen hinzu

  • Kostenlos das E-Lement testen: Für diese Radtour steht ein E-Bike des niederländischen Herstellers Koga zur Verfügung, welches bei Interesse jeweils ein paar Kilometer getestet werden kann. Bitte das eigene Fahrrad natürlich trotzdem mitbringen.

  • Anmeldung: schickt mir bitte einfach eine SMS an Mobil 0157/73746049 oder eine E-Mail an kontakt@benno-koch.de

  • Anmeldestand (19. April 2013, 15:33 Uhr): noch 15 von 20 Plätzen frei

  • Teilnahmebedingungen: es gelten die Regeln der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), die Teilnehmer tragen selbst das allgemeine Risiko, das die Teilnahme am Straßenverkehr mit sich bringt und sind für die Sicherheit ihres Fahrrades selbst verantwortlich, die Rückfahrt erfolgt in der Dunkelheit (Licht)

  • Fahrrad und Bahn: damit auch die Fahrt mit dem RegionalExpress entspannt wird, bitte immer sämtliche Packtaschen und Körbe (auf die eigentlich generell verzichtet sollte) vom Fahrrad nehmen und die Räder mit den Lenkern entgegengesetzt an die Klappsitze lehnen, Fahrgäste auf den Klappsitzen ohne Fahrräder freundlich bitten aufzustehen – und natürlich Rücksicht nehmen!

 

Hintergrund

  • Fotos des Nottekanal-Radweges in der Bildergalerie www.benno-koch.de ansehen

  • gpx/gps-Track der Radtour auf dem Nottekanal-Radweg als zip-Datei (6 kb) herunterladen