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BER Airport::
So könnte die Rollbahn für
Fahrradfahrer aussehen,
jetzt fehlen nur noch die
Fahrradstraßen-Schilder -
und zehn Kilometer Asphalt

BER Flughafen: Auf der Suche nach der Fahrradanbindung

Berlin, 3. Mai 2013

Am BER Airport scheint alles schief gegangen zu sein. Über eine ernstzunehmende Fahrradanbindung diskutiert niemand. Eine angebliche 24-Kilometer-Rollbahn für Fahrradfahrer rund um den neuen Flughafen Berlin-Brandenburg ist ein schöner Traum. Am Sonntag, 5. Mai 2013 verrät Benno Koch was am BER wirklich geht - auf einer ganz leicht abenteuerlichen Radtour im märkischen Fahrradfrühling.

Der neue Flughafen hat es in sich. Bauvorhaben dieser Größenordnung sind nicht leicht zu managen. Doch während Probleme zum Beispiel der direkten und schnellen Bahnanbindung immerhin rechtzeitig diskutiert und bis heute offenbar bereits gut gelöst sind, fehlt für andere Verkehrsmittel nach wie vor die Vorstellungskraft. Wer mit dem Fahrrad in diesen Tagen legal vom Berliner Mauerweg zum BER-Terminal fahren möchte, steht bereits kurz hinter dem alten Terminal Schönefeld vor den ersten Fahrradverbotsschildern. Einen Radweg oder eine Fahrradwegweisung gibt es nicht.

An Sonntagsreden über die Sinnhaftigkeit des Verkehrsmittels Fahrrad hat es in den letzten Jahren nicht gefehlt. Doch ganz offenbar fehlt nach wie vor ein Fahrradbeauftragter, der diesen Prozess von außen und verwaltungsübergreifend begleitet. Im Fall des neuen Flughafens und der notwendigen Fahrradanbindung soll die "interministerielle Arbeitsgruppe Radverkehr Brandenburg" nicht einmal getagt haben. Zu allen sonstigen Problemen des Fahrradverkehrs genau einmal pro Jahr.

Auch die Nachfrage beim Flughafenbetreiber bringt keine erfreulichen Nachrichten. Die BER-Pressestelle hat vermutlich größere Probleme. Da kann einem der Bürgermeister der irgendwie ein bisschen zuständigen Gemeinde Schönefeld, Udo Haase, schon fast leid tun. Der Mann kämpft seit Jahren um einen Radweg rund um den neuen Flughafen Berlin-Brandenburg.

Gemessen an den 700 Millionen Euro alleine für die BER-Straßenanbindung sind die wenigen ausgebauten Radwegabschnitte kaum der Rede wert. Vor allem da die wichtigste Fahrradverbindung zwischen Schönefeld und dem neuen BER-Terminal fehlt.

Stattdessen sind im Sommer 2012 wohl hundert Fahrradverbotsschilder an allen möglichen Zufahrten zum neuen Terminal aufgestellt worden. Ein auf dem BER-Gelände beginnender gemeinsamter Geh- und Radweg endet im Nichts. Die Oberflächen sind mit gefasten Betonplatten und in Längsrichtung verlaufenden Spurrinnen schlechter befahrbar, als die aller selbstverständlich asphaltierten Straßen links und rechts davon.

Bordabsenkungen für den Radweg an den Kreuzungen auf Null-Niveau und in Fahrtrichtung gerade Auffahrten wie sie in den Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA) seit 20 Jahren Stand der Technik sind, gibt es nicht. Eine eigene (und nicht den Richtlinien des Landes Brandenburg entsprechende) "Fahrradwegweisung" verwirrt und zeigt gerne in drei Richtungen gleichzeitig mit der gleichen Richtung "Terminal-Schönefeld". Wie weit das Ziel ist und wo es wirklich lang geht wird nicht verraten.

Natürlich ist nicht alles schlecht. Südlich vom BER-Airport zwischen Selchow und Waßmannsdorf sind vor ein paar Tagen die breitesten Geh- und Radwege im Land Brandenburg eröffnet worden. Auch andere Abschnitte sind in Teilen wie an der BER-Südwestecke tatsächlich vorhanden - wenn auch nicht als Fahrradstraße ausgeschildert. Südlich von Waltersdorf hat der Bau eines straßenbegleitenden Radweges an der L400 im Frühjahr 2013 begeonnen. Tatsächlich entspricht jedoch weniger als ein Drittel der Strecke dem Stand der Technik. Aber nur mal gucken auf einer kurzen Sonntag-Nachmittag-Radtour macht immer Spaß.

Nur als täglicher Zubringer für die offiziell 15 Prozent der Berliner und 17 Prozent der Brandenburger die täglich Fahrrad fahren, ist die fehlende Anbindung des BER-Terminal mit einer richtigen Fahrradstraße der praktische Tiefpunkt der in Sonntagsreden verkündeten Radverkehrsförderung.

Und natürlich wartet am Ende ein gutes Restaurant und unterwegs vielleicht die spektakulärste Beachbar direkt unter der Einflugschneise - auf einer entspannten Radtour für Genießer.

 

Einfach anmelden - und den BER-Radweg suchen!

  • Sonnenuntergangstour: geführte Radtour mit Benno Koch am Sonntag, 5. Mai 2013

  • Strecke: Die rund 30 Kilometer kurze Radtour rund um den BER und zum neuen Terminal ist kein Radrennen, sondern ein Angebot für Rad fahrende Genießer.

  • Treffpunkte: 13:00 Uhr Berlin Hauptbahnhof oder 13:45 Uhr Bahnhof Berlin-Schönfeld Flughafen

  • Ende: gegen 19:15 Uhr am Bahnhof Berlin-Schönefeld Flughafen

  • Teilnahmegebühr für die Radtour: 12 Euro ermäßigt 8 Euro pro Person

  • externe Kosten: die Bahnfahrt (Ticket Berlin ABC 3,10 Euro pro Person, 2,20 Euro pro Fahrrad - jeweils pro Richtung für die Hin- und Rückfahrt) sowie der Café- und Restaurantbesuch kommen hinzu

  • Anmeldung: schickt mir bitte einfach eine SMS an Mobil 0157/73746049 oder eine E-Mail an kontakt@benno-koch.de

  • Anmeldestand (3. Mai 2013, 22:33 Uhr): noch 16 von 20 Plätzen frei

  • Teilnahmebedingungen: es gelten die Regeln der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), die Teilnehmer tragen selbst das allgemeine Risiko, das die Teilnahme am Straßenverkehr mit sich bringt und sind für die Sicherheit ihres Fahrrades selbst verantwortlich, die Rückfahrt erfolgt in der Dunkelheit (Licht)

  • Fahrrad und Bahn: damit auch die Fahrt mit dem RegionalExpress entspannt wird, bitte immer sämtliche Packtaschen und Körbe (auf die eigentlich generell verzichtet sollte) vom Fahrrad nehmen und die Räder mit den Lenkern entgegengesetzt an die Klappsitze lehnen, Fahrgäste auf den Klappsitzen ohne Fahrräder freundlich bitten aufzustehen – und natürlich Rücksicht nehmen!

 

Hintergrund

  • Fotos des BER-Radweges in der Bildergalerie www.benno-koch.de ansehen

  • gpx/gps-Track der Radtour rund um den BER und zum Terminal als zip-Datei (12 kb) herunterladen