Login  
/uploads/sR/n5/sRn5SkoLRDHqiezBH_spSw/P1040919-Schloss-Boitzenburg-Vorschau.jpg
Traumziel
Schloss Boitzenburg:
Der neue Radweg
Spur der Steine f├╝hrt
vom alten Bahndamm
direkt zum Schloss

Spur der Steine: Ein alter Bahndamm wird zum neuen Radweg

Berlin, 2. Juli 2013 [zuletzt geändert 05.07.13, 22:40 Uhr]

Vor genau 100 Jahren wurde die 37 Kilometer lange Staatsbahnlinie Templin-Fürstenwerder eröffnet. Bereits im Juni 1945 wurden die Gleise als Kriegsreparation wieder demontiert. Jetzt steht ein nachhaltig asphaltierter Radweg auf dem alten Bahndamm kurz vor seiner Fertigstellung. Am Samstag, 6. Juli 2013 verrät Benno Koch die schönsten Entdeckungen im Fahrradsommer.

Die Idee für einen Radweg von Templin nach Fürstenwerder entstand spätestens Anfang der 1990er Jahre. Im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme wurde der alte Bahndamm beräumt und als "U5-Radweg" 1998 notdürftig ausgeschildert. Schlaglöcher, Schlamm und Holperpisten ließen den Erfolg jedoch ausbleiben - nur wenige Fahrradtouristen verirrten sich hierher. Seit 2008 erfolgt nun ein nachhaltiger Ausbau. Drei Viertel der Strecke sind inzwischen asphaltiert. Bis Ende 2013 soll der Radweg mit dem stark gewöhnungsbedürftigen Namen Spur der Steine fertig sein.

Bevor die Bahngleise 1945 als Reparationsleistung demontiert wurden, verkehrten seit dem 15. August 1913 sechs Personenzüge pro Tag und Richtung zwischen Templin und Fürstenwerder. Heute gehören zwei alte Wassertürme in Hardenbeck und in Fürstenwerder zu den auffälligsten Resten der einstigen Dampflok-Ära. Vereinzelt sind noch Brückenbögen, alte Brückenlager, Ladestraßen und Bahnsteigkanten erkennbar. In Fährkrug, Warthe, Weggun und Fürstenwerder stehen noch die Bahnhofsgebäude.

In Fürstenwerder existierten sogar zwei voneinander unabhängige Strecken und Bahnhöfe: Für die Staatsbahn aus Templin und die Kreisbahn aus Prenzlau. Der alte Kreisbahnhof ist heute ein bodenständiges Restaurant.

Das touristische Highlight der Radroute liegt gut fünf Kilometer vom Bahndamm entfernt und ist bereits mit einem neuen Radweg angebunden. Mit seinem Schloss war Boitzenburg von 1528 bis 1945 Stammsitz der Familie von Arnim. Das liebevoll sanierte Anwesen ist seit 2003 ein Familienhotel.

In die Schlagzeilen kam das Schloss 2005, als die Boitzenburg KG Insolvenz anmeldete - von den insgesamt 33 Millionen Euro Fördermitteln sollen bis zu 17 Millionen Euro für andere Zwecke abgezweigt worden sein. Der Hotelbetrieb ging jedoch unbeeinträchtigt weiter.

Inzwischen hat gegenüber vom Schloss Boitzenburg im restaurierten Marstall die Schokoladenmanufaktur von Olivia Schimmelpfennig eröffnet. Täglich bis 17 Uhr gibt es hier von Belgischer Schokolade bis zu Boitzenburger Trüffeln ausreichend Energie für den Rückweg zum nächsten Bahnhof zu tanken.

Ungeklärt ist noch die Anbindung des neuen Radwegs von Fürstenwerder zum nächsten Bahnhof in Prenzlau. Eine äußerst attraktive Alternative wäre der Ausbau eines Radweges auf dem hier ebenfalls noch vorhandenen Bahndamm der 1978 stillgelegten Prenzlauer Kreisbahn. Auch an dieser Strecke liegen noch verwunschene Anwesen wie das halb verfallene Schloss Kraatz.

Doch keine Angst. Heute geht es von Fürstenwerder auf einer Mischung von meist ruhigen Land- und Kreisstraßen sowie straßenbegleitenden Radwegen natürlich auch nach Prenzlau. Meist mit Rückenwind und 80 Höhenmeter immer bergab.

In Prenzlau wartet die Landesgartenschau 2013 mit dem schönen Namen Grüne Wonne. Und wer möchte, kann diese insgesamt rund 70 Kilometer lange Radtour auch um mehr als die Hälfte verkürzen und von Boitzenburg mit dem Uckermark Shuttle samt Fahrradmitnahme direkt nach Prenzlau fahren.

Wie immer warten unterwegs kulinarische Entdeckungen - auf einer entspannten Tour für Rad fahrende Genießer!

 

Einfach anmelden - Radweg Spur der Steine und Uckermark erleben!

  • Sonnenuntergangstour: geführte Radtour mit Benno Koch am Samstag, 6. Juli 2013

  • Strecke: Die rund 70 Kilometer lange Radtour auf dem Radweg Spur der Steine ist kein Radrennen, sondern ein Angebot für Rad fahrende Genießer.

  • Treffpunkt: 9:15 Uhr Bahnhof Berlin-Lichtenberg

  • Ende: gegen 22:00 Uhr in Berlin

  • Teilnahmegebühr für die Radtour: 12 Euro ermäßigt 8 Euro pro Person

  • externe Kosten: die Bahnfahrt (5,80 Euro bei einer durch fünf teilbaren Teilnehmerzahl plus 5,00 Euro fürs Fahrrad) sowie der Café- und Restaurantbesuch kommen hinzu

  • Anmeldung: schickt mir bitte einfach eine SMS an Mobil 0157/73746049 (zurzeit gibt es hier keine Antwort-SMS - die Anmeldung gilt trotzdem) oder eine E-Mail an kontakt@benno-koch.de

  • Anmeldestand (5. Juli 2013, 22:40 Uhr): noch 7 von 20 Plätzen frei

  • Badepausen: in vielen schönen Seen entlang der Radtour möglich, Badesachen bitte nicht vergessen!

  • Teilnahmebedingungen: es gelten die Regeln der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), die Teilnehmer tragen selbst das allgemeine Risiko, das die Teilnahme am Straßenverkehr mit sich bringt und sind für die Sicherheit ihres Fahrrades selbst verantwortlich, die Rückfahrt erfolgt in der Dunkelheit (Licht)

  • Fahrrad und Bahn: damit auch die Fahrt mit dem RegionalExpress entspannt wird, bitte immer sämtliche Packtaschen und Körbe (auf die eigentlich generell verzichtet sollte) vom Fahrrad nehmen und die Räder mit den Lenkern entgegengesetzt an die Klappsitze lehnen, Fahrgäste auf den Klappsitzen ohne Fahrräder freundlich bitten aufzustehen – und natürlich Rücksicht nehmen!

 

Hintergrund

  • Fotos des Radweges Spur der Steine in der Bildergalerie www.benno-koch.de ansehen

  • gpx/gps-Track der Radtour von Templin nach Prenzlau als zip-Datei (26 kb) herunterladen