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Stille Pauline Radweg:
Auf dem Radweg
des Jahres 2011
zu den Rastplätzen
zehntausender Kraniche
rund um Linum

Stille Pauline Radweg: Altweibersommer und Kraniche

Berlin, 22. Oktober 2013 [zuletzt geändert 23.10.13, 15:00 Uhr]

Es war der Radweg des Jahres 2011. Ganz inoffiziell natürlich. Inzwischen ist der alte Bahnhof Fehrbellin mit viel Liebe zum Detail als Gasthaus zu neuem Leben erwacht. Und natürlich sind jetzt die Kraniche zurück - fast 100.000 sollen es sein. So viele wie nie zuvor. Benno Koch verrät am Samstag, 26. Oktober 2013 die schönsten Entdeckungen im Fahrradherbst.

Genau am 12. September 1880 wurde auf der 29,83 Kilometer langen damaligen Bahnstrecke zwischen Paulinenaue und Neuruppin der Eisenbahnverkehr aufgenommen. Rund 90 Jahre später fuhren am 30. Mai 1970 die letzten Personenzüge, 1995 war auch für die letzten Güterzüge Schluss, 2007 wurde die Strecke verkauft - und die Idee für einen Radweg entstand.

Während die Personenzüge damals mit einer Höchstgeschwindigkeit von maximal 30 km/h durch's Luch dampften, sind Fahrradtouristen heute kaum langsamer. Aus der einstigen Bahnstrecke wurde ein im Frühjahr 2011 offiziell eröffneter knapp 2,5 Meter breiter Asphaltstreifen - der Radweg Stille Pauline. Auf rund 19 Kilometern geht es autofrei und jenseits jeglicher Landstraßen einsam durch eine faszinierende Luchlandschaft.

Diese Radtour startet diesmal am südlichen Ende der einstigen Bahnlinie Stille Pauline an der romantischen Bahnhofsruine Paulinenaue - heute nur eine halbe Bahnstunde vom Berliner Hauptbahnhof entfernt. Sofort am Bahnhof ist die Hektik der Großstadt vergessen und die Stille des Rhinluchs beginnt.

Nach ein paar Kilometern ist bereits die einstige Verladestation und Post am damaligen Bahn-Haltepunkt Lobeofsund aus dem Jahr 1927 erreicht. Der Dorfname Lobeofsund soll auf einen schwedischen Fahnenflüchtigen im Dreißigjährigen Krieg zurückgehen: "Lob auf den Sand" soll sein Ausruf gewesen sein, als er diese trockene Stelle im damaligen Moor des Rhinluchs erreichte - woraus dann in Preußen kurz Lobeofsund wurde.

Annelie Kuring lebt seit Ende der 1990er Jahre im repräsentativen Postgebäude Lobeofsund direkt am einstigen Bahndamm. In ihrem Garten soll es die erste Pause bei selbstgemachter Holunder-Limonade geben.

Der nächste ehemalige Bahnhof Fehrbellin ist der schönste in der Reihe - und wurde gerade aufwändig saniert. Kerstin Zietz hatte sich bereits 2006 in den Bahnhof verliebt. Noch vor der Idee für einen Radweg. Die langersehnte Eröffnung als Gasthaus und Herberge war dann endlich im Dezember 2012 soweit. Zusammen mit einem irgendwann einmal restaurierten Schlafwagenwaggon, einer alten Dampflok auf einem alten Gleis am Güterbahnhof davor und einem Kamin im Restaurant soll das Ensemble zu einem Schmuckstück werden.

Ein spektakuläres Naturschauspiel soll dann zum Höhepunkt etwas abseits der Stillen Pauline werden. Im Rhinluch rund um Linum wurden Mitte Oktober 2013 genau 97.210 Kraniche gezählt. Wie diese erstaunlich genaue Zahl zustande kommt, bleibt ein Geheimnis. Es sind aber vor allem mehr als jemals zuvor: "Vor ein paar Tagen fielen sie in Grüppchen wie Steine vom Himmel", sagt Annelie Kuring von der Alten Poststation in Lobeofsund. "In fast 20 Jahren habe ich hier so etwas noch nie gesehen."

In Wustrau am Ruppiner See ist dann wieder die Zivilisation erreicht. Hier begannen vor 151 Jahren Theodor Fontanes erste Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Noch heute wirkt der Ort mit Schloss, Kirche, Anger und dem Zieten-Denkmal wie die Blaupause eines märkischen Dorfes. Eines der besten Cafés Brandenburgs darf hier natürlich nicht fehlen.

Kurz vor dem Ziel in Neuruppin ist der Paulinenauer Bahnhof aus dem Jahre 1880 erreicht. Der Endpunkt der Stillen Pauline wurde bereits 1930 wieder geschlossen, als die Bahnlinie zum Neuruppiner Hauptbahnhof verlängert wurde. Bis zum besten Restaurant am Platze ist es nun nicht mehr weit.

Natürlich wartet unterwegs ein Café und zum Abschluss ein gutes Restaurant - auf einer entspannten Herbstradtour für Genießer.

 

Einfach anmelden - Stille Pauline Radweg erleben!

  • Sonnenuntergangstour: geführte Radtour mit Benno Koch am Samstag, 26. Oktober 2013

  • Strecke: Die rund 40 Kilometer kurze Tour auf dem Radweg Stille Pauline ist kein Radrennen, sondern ein Angebot für Rad fahrende Genießer.

  • Treffpunkt: 12:00 Uhr, Berlin Hauptbahnhof

  • Ende: kurz vor 22:00 Uhr in Berlin-Mitte

  • Teilnahmegebühr für die Radtour: 12 Euro ermäßigt 8 Euro pro Person

  • externe Kosten: die Bahnfahrt (5,80 Euro bei einer durch fünf teilbaren Teilnehmerzahl plus 5,00 Euro fürs Fahrrad) sowie der Café- und Restaurantbesuch kommen hinzu

  • Anmeldung: schickt mir bitte einfach eine SMS an Mobil 0157/73746049 oder eine E-Mail an kontakt@benno-koch.de

  • Anmeldestand (23. Oktober 2013, 15:00 Uhr): noch 6 von 20 Plätzen frei

  • Sauna und Thermalbad: Am Ende der Radtour in der Fontane Therme Neuruppin möglich, muss aber nicht. Badesachen nicht vergessen!

  • Teilnahmebedingungen: es gelten die Regeln der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), die Teilnehmer tragen selbst das allgemeine Risiko, das die Teilnahme am Straßenverkehr mit sich bringt und sind für die Sicherheit ihres Fahrrades selbst verantwortlich, die Rückfahrt erfolgt in der Dunkelheit (Licht)

  • Fahrrad und Bahn: damit auch die Fahrt mit dem RegionalExpress entspannt wird, bitte immer sämtliche Packtaschen und Körbe (auf letztere sollte eigentlich generell verzichtet werden da sie viel Platz wegnehmen) vom Fahrrad nehmen und die Räder mit den Lenkern entgegengesetzt an die Klappsitze lehnen, Fahrgäste auf den Klappsitzen ohne Fahrräder freundlich bitten aufzustehen – und natürlich Rücksicht nehmen!

 

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