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Radweg Spur der Steine:
Der Asphaltstreifen auf
dem alten Bahndamm
Templin-Fürstenwerder
ist im Sommer 2014
durchgängig befahrbar

Radweg des Jahres: Bahndamm Templin-Fürstenwerder

Berlin, 7. Juli 2014 [zuletzt geändert 11.07.14 um 11:18 Uhr]

Vor drei Jahren wurde schon einmal ein alter Bahndamm zum Radweg des Jahres in Brandenburg. Im Sommer 2011 ging der Titel an die Stille Pauline im Rhinluch. Nun ist der alte Bahndamm Templin-Fürstenwerder an der Reihe. Bestens asphaltiert ist hier in der Uckermark ein Traum für Fahrradtouristen Wirklichkeit geworden. Es ist der Radweg des Jahres 2014 in Brandenburg. Ganz inoffiziell natürlich.

Im Jahre 1913 wurde die 37 Kilometer lange Staatsbahnlinie Templin-Fürstenwerder eröffnet. Doch bereits im Juni 1945 mussten die Gleise als Kriegsreparation wieder demontiert werden. Nach jahrelangen Bauarbeiten ist der neue Asphaltstreifen für Radfahrer auf dem alten Bahndamm mit dem etwas holprigen Namen "Spur der Steine" nun komplett. Am Samstag, 12. Juli 2014 verrät Benno Koch die schönsten Entdeckungen quer durch die Uckermark.

Die Idee für einen Radweg von Templin nach Fürstenwerder entstand spätestens Anfang der 1990er Jahre. Im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme wurde der alte Bahndamm beräumt und als "U5-Radweg" 1998 notdürftig ausgeschildert. Schlaglöcher, Schlamm und Holperpisten ließen den Erfolg jedoch ausbleiben - nur wenige Fahrradtouristen verirrten sich hierher. In den vergangenen fünf Jahren ist nun ein nachhaltiger Ausbau erfolgt. Meist drei Meter breit, bestens asphaltiert und sogar über viele der historischen Brücken geht es durch eine für Brandenburg überraschende Landschaft.

Bevor die Bahngleise 1945 als Reparationsleistung demontiert wurden, verkehrten seit dem 15. August 1913 sechs Personenzüge pro Tag und Richtung zwischen Templin und Fürstenwerder. Heute gehören zwei alte Wassertürme in Hardenbeck und in Fürstenwerder zu den auffälligsten Resten der einstigen Dampflok-Ära. Vereinzelt sind noch Brückenbögen, alte Brückenlager, Ladestraßen und Bahnsteigkanten erkennbar. In Fährkrug, Warthe, Weggun und Fürstenwerder stehen noch die Bahnhofsgebäude.

In Fürstenwerder existierten sogar zwei voneinander unabhängige Strecken und Bahnhöfe: Für die Staatsbahn aus Templin und die Kreisbahn aus Prenzlau. Der alte Kreisbahnhof ist heute ein bodenständiges Restaurant.

Das touristische Highlight der Radroute liegt gut fünf Kilometer vom Bahndamm entfernt und ist mit einem neuen Radweg angebunden. Mit seinem Schloss war Boitzenburg von 1528 bis 1945 Stammsitz der Familie von Arnim. Das liebevoll sanierte Anwesen ist seit 2003 ein Familienhotel.

In die Schlagzeilen kam das Schloss 2005, als die Boitzenburg KG Insolvenz anmeldete - von den insgesamt 33 Millionen Euro Fördermitteln sollen bis zu 17 Millionen Euro für andere Zwecke abgezweigt worden sein. Der Hotelbetrieb ging jedoch unbeeinträchtigt weiter.

Inzwischen hat gegenüber vom Schloss Boitzenburg im restaurierten Marstall die Schokoladenmanufaktur von Olivia Schimmelpfennig eröffnet. Täglich bis 17 Uhr gibt es hier von Belgischer Schokolade bis hin zu Boitzenburger Trüffeln ordentlich Energie zum nachtanken. Auch die hauseigene Konditorei ist mit ihrer Qualität einzigartig überragend.

Ungeklärt ist noch die Anbindung des neuen Radwegs von seinem aktuellen Endpunkt Fürstenwerder zum nächsten Bahnhof in Prenzlau. Eine äußerst attraktive Alternative wäre der Ausbau eines Radweges auf dem hier ebenfalls noch vorhandenen Bahndamm der 1978 stillgelegten Prenzlauer Kreisbahn. Auch an dieser Strecke liegen noch verwunschene Anwesen wie das halb verfallene Schloss Kraatz.

So biegt diese rund 60 Kilometer kurze Radtour in Boitzenburg ab und führt hinunter zum Unteruckersee, wo der Radweg Berlin-Usedom zum großartigen Finale nach Prenzlau wird und genau hier vor einem Jahr die Landesgartenschau (Laga) stattfand.

Der Laga-Zaun am Unteruckersee ist glücklicherweise verschwunden, der asphaltierte Ufer-Radweg wieder befahrbar. Doch das erste Haus am Platze hinter dem Zaun - der Kurgarten - hat das Laga-Ende nicht überlebt und steht leer. Auch der neue Marktberg mit dem stolzen Café Zentral ist alles andere als ein lebendiger Mittelpunkt Prenzlaus.

Doch an der Fischerstraße und am Kap warten gleich zwei gute Restaurants - am Ende einer entspannten Tour für Rad fahrende Genießer!

 

Einfach anmelden - und den Radweg des Jahres in der Uckermark testen!

  • Sonnenuntergangstour: geführte Radtour mit Benno Koch am Samstag, 12. Juli 2014

  • Strecke: Die rund 60 Kilometer kurze Radtour auf dem Radweg Spur der Steine und auf dem Radweg Berlin-Usedom ist kein Radrennen, sondern ein Angebot für Rad fahrende Genießer.

  • Treffpunkt: 9:10 Uhr Bahnhof Berlin-Lichtenberg

  • Ende: gegen 22:00 Uhr in Berlin

  • Teilnahmegebühr für die Radtour: 12 Euro ermäßigt 8 Euro pro Person

  • externe Kosten: die Bahnfahrt (5,80 Euro bei einer durch fünf teilbaren Teilnehmerzahl plus 5,00 Euro fürs Fahrrad) sowie der Café- und Restaurantbesuch kommen hinzu

  • Anmeldung: schickt mir bitte einfach eine SMS an Mobil 0157/73746049 oder eine E-Mail an kontakt@benno-koch.de

  • Anmeldestand (11. Juli 2014, 11:18 Uhr): noch 2 von 20 Plätzen frei

  • Baden: an vielen schönen Stränden möglich - Badesachen nicht vergessen!

  • Teilnahmebedingungen: es gelten die Regeln der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), die Teilnehmer tragen selbst das allgemeine Risiko, das die Teilnahme am Straßenverkehr mit sich bringt und sind für die Sicherheit ihres Fahrrades selbst verantwortlich, die Rückfahrt erfolgt in der Dunkelheit (Licht)

  • Fahrrad und Bahn: damit auch die Fahrt mit dem RegionalExpress entspannt wird, bitte immer sämtliche Packtaschen und Körbe (auf die eigentlich generell verzichtet sollte) vom Fahrrad nehmen und die Räder mit den Lenkern entgegengesetzt an die Klappsitze lehnen, Fahrgäste auf den Klappsitzen ohne Fahrräder freundlich bitten aufzustehen – und natürlich Rücksicht nehmen!

  • Radio Eins Radtourentipp: Dieser Radweg des Jahres ist auch der erste Radio Eins Sommer-Radtourentipp 2014. Fahrradexperte Benno Koch ist am Dienstag, 8. Juli 2014 um kurz nach 10:00 Uhr live im Studio und erklärt theoretisch, was als geführte Radtour am kommenden Samstag, 12. Juli 2014 praktisch noch viel schöner ist: Von Templin nach Prenzlau auf dem neuen Radweg Spur der Steine durch die Uckermark!

 

Hintergrund

  • Fotos des Radweges Spur der Steine in der Bildergalerie www.benno-koch.de ansehen

  • gpx/gps-Track der Radtour von Templin über Boitzenburg nach Prenzlau als zip-Datei (30 kb) herunterladen