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Radio Eins Radtourentipp (2): Aufsteiger des Jahres 2014

Berlin, 15. Juli 2014

Der neue Hofjagdweg hat sich den Titel Aufsteiger des Jahres verdient. Benno Koch verrät am heutigen Dienstag, 15. Juli 2014 im Radio Eins Interview um kurz nach Zehn die schönsten Strecken durch den Fahrradsommer. Und am Samstag nach der Sendung (19. Juli 2014) gibt's die 65 Kilometer kurze Strecke als geführte Radtour zum Mitradeln.

In der vergangenen Woche ging es im Radio Eins Radtourentipp um die Fahrradmitnahme in der Regionalbahn. Gerade Fahrradtouristen sind oft für die Rückfahrt von einer Radtour auf die Bahn angewiesen. Doch nicht immer muss man sein Rad im Zug mitnehmen. Zum Beispiel im Alltag auf dem Weg zur Arbeit parken hunderttausende Pendler in Berlin und Brandenburg ihr Fahrrad am Bahnhof und nutzen ohne Rad die S-, U- und Regionalbahnen. Doch in 25.175 Fällen endete 2013 in Berlin der Tag ohne Fahrrad. Die Fahrraddiebstahlzahlen sind im 10-Jahresvergleich konstant hoch. Und sogar leicht steigend. Alle zehn Fahrraddiebstahl-Häufungspunkte in Berlin sind Bahnhöfe.

Im zweiten Teil des Radio Eins Radtourentipps geht es diesmal um den Aufsteiger des Jahres 2014 in Brandenburg. Gewonnen hat der Hofjagdweg. Ganz inoffiziell natürlich im Ranking des Radio Eins Fahrradexperten Benno Koch. Aber es gibt gewichtige Gründe: Der Hofjagdweg war jahrelang der schlechteste Radweg Brandenburgs. Eigentlich hätte man mit diesem nie in den Werbung gehen dürfen: Eine wilde Mischung aus querliegenden Betonplatten, Schotter, Schlaglöchern und beliebigen Landstraßen ohne Radweg machten diesen Weg zum Musterbeispiel dafür, wie es nicht geht. Damit ist nun Schluss.

Trotzdem war dieser Weg immer wichtig. Der so genannte Speckgürtel ist zwischen Berlin und Brandenburg ist noch immer eine meist vernachlässigte Angelegenheit, wenn es um den Ausbau von Radfernwegen geht. Wie komme ich aus der Stadt stressfrei auf's Land? Auch Erfolgsgeschichten wie die der Fahrradstraßen des Fläming Skates leiden genau darunter - 50 Kilometer südlich von Berlin. Und wollen jetzt einen neuen Anlauf für einen sinnvollen Lückenschluss nehmen.

Der Hofjagdweg hat seit diesem Sommer auf dem wichtigen Einstieg der ersten 20 Kilometer von Königs Wusterhausen bis Groß Köris eine Riesenschritt nach vorne gemacht. Mit Investitionen von 2,3 Millionen Euro wurden elf Kilometer bestens als Fahrradstraßen asphaltiert. Auch der Rest ist bis auf die holprige Dorfstraße in Krummensee gut bis sehr gut befahrbar. Eine Strecke am Stadtrand, die gerade auch als Einsteigertour für Familien mit Kindern interessant sein könnte. Dazu müsste sich der Landkreis noch zu einer sinnvollen Beschilderung als Fahrradstraße durchringen - zurzeit darf hier jeder durch. Doch kaum jemand kennt den ruhigen Weg.

Im weiteren Verlauf ist der Hofjagdweg das Tor zum Unterspreewald und ist im Abschnitt Schlepzig-Lübben deckungsgleich mit dem theoretischen Spree-Radweg. Noch sind nicht alle Standards eines überregionalen Radfernweges erfüllt. Aber jetzt ist ein wichtiger Schritt gemacht. Und es gibt viel zu entdecken!

Alle Details zur Strecke gibt's wie immer live als Radio Eins Radtourentipp zunächst theoretisch. Und wer möchte, kann die Strecke am Samstag, 19. Juli 2014 mit dem Radio Fahrradexperten Benno Koch nachradeln.

 

Alle Infos zum Fahrradparken an Bahnhöfen:

  • Sicheres Fahrradparken: das Fahrrad immer mit einem Bügelschloss oder einem Panzerkabelschloss an einem Fahrradbügel (Kreuzberger Bügel) mit Vorderrad und Rahmen anschließen; ein normales Fahrradschloss kostet zehn Prozent des Preises des Fahrrades, also auch bei billigen Rädern reicht ein "Geschenkband" (einfaches buntes Kabelschloss) für drei Euro nicht aus.

  • Normale Fahrradabstellanlagen: Im Land Berlin sind "Felgenkiller" (einfache Vorderradhalter) in der Berliner Bauordnung AV Stellplätze verboten. Sollten bei Neubauten von Wohn- oder Geschäftshäusern so genannten Vorderradhalter oder zu wenige Fahrradbügel aufgestellt worden sein, ist ein Hinweis an die bezirkliche Bauaufsicht sinnvoll.

  • Fahrraddiebstahl-Häufungspunkte Top 10 in Berlin im Jahre 2013: Insgesamt wurden im Jahre 2013 in Berlin 25.175 Fahrräder als gestohlen gemeldet. Die Fahrraddiebstahl-Häufungspunkte sind: S-Bhf. Adlershof 87 Fälle, S-Bhf. Treptower Park 81 Fälle, S-Bhf. Hermsdorf 72 Fälle, S-Bhf. Karlshorst 68 Fälle, S-Bhf. Buch 65 Fälle, S-Bhf. Blankenburg 58 Fälle, S-Bhf. Karow 57 Fälle, S-Bhf. Köpenick 54 Fälle, S-Bhf. Pankow 53 Fälle, S-Bhf. Nöldnerplatz 52 Fälle

  • Was unternimmt die Berliner Polizei gegen Fahrraddiebstahl? "Die repressive Bekämpfung des Fahrraddiebstahls erfolgt vor allem durch die gezielte Durchführung von Fahrradkontrollen im Fließverkehr, aber auch durch Kontrollen in An- und Verkaufsgeschäften sowie an Handelsplätzen von Fahrrädern, wie z.B. im Mauerpark. Darüber hinaus veranstaltet die Polizei immer wieder Fahrradkodieraktionen mit einhergehender Beratung zum Diebstahlsschutz an besonders stark betroffenen Orten, wie zum Beispiel an S- und U-Bahnhöfen."

  • Fahrraddiebstahl-Häufungspunkte in Brandenburg im Jahre 2013: Insgesamt wurden in Brandenburg im Jahre 2013 genau 16.127 Fahrräder als gestohlen gemeldet. Diese Zahl bewegt sich damit im 10-Jahresvergleich etwa auf einem gleichbleibenden Niveau. In mehr als 80 Prozent der 13,5 Prozent aufgeklärten Fälle wurden Deutsche als Tatverdächtige ermittelt. Die Fahrraddiebstahl-Häufungspunkte sind Bhf. Bernau bei Berlin 203 Fälle, Bhf. Königs Wusterhausen 190 Fälle, Bhf. Potsdam 182 Fälle, Bhf. Ludwigsfelde 134 Fälle, Bhf. Falkensee 131 Fälle, S-Bhf. Hohen Neuendorf 125 Fälle, S-Bhf. Fredersdorf-Vogelsdorf 104 Fälle, Panketal (S-Bhf. Röntgental und S-Bhf. Zepernick (Bernau) 102 Fälle, S-Bhf. Hoppegarten 95 Fälle, Bhf. Oranienburg 88 Fälle, Bhf. Fürstenwalde (Spree) 88 Fälle

  • Ermittelte Tatverdächtige in Brandenburg: "So konnten einem 37-jährigen Mann aus dem Barnim 234 Fälle des Diebstahls von Fahrrädern nachgewiesen werden. Er finanzierte so seinen Lebensunterhalt und Drogenmissbrauch. Bevorzugt stahl er die Räder an Bahnhöfen und fuhr dann nach Berlin um sie dort zu veräußern." (Polizeidirektion Brandenburg Ost)

  • Was unternimmt die Brandenburger Polizei gegen Fahrraddiebstahl? "Hier möchte ich insbesondere den gesamten Bereich der Präventionsarbeit nennen. Wir beraten nicht nur den Bürger in allen Fragen des Eigentumsschutzes sondern gehen mit unseren Beamten direkt vor Ort. Ein wichtiger Beitrag sind die Fahrradcodieraktionen. Diese können kostenlos von jedem Bürger zur individuellen Markierung seines Rades genutzt werden. Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Zurückdrängung des Fahrraddiebstahls ist die enge Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden." (Polizeidirektion Brandenburg Ost)

  • Was unternimmt die Brandenburger Infrastrukturministerium gegen Fahrraddiebstahl? "Diebstähle sind Sache der Polizei. Wir bauen Straßen." (Lothar Wiegand, Pressesprecher im Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg)

  • Was unternimmt das Bundesministerium für Verkehr gegen Fahrraddiebstahl? "Gesetzliche Vorgaben bzw. Rahmenbedingungen für den Neubau und den Verkauf von Fahrradabstellanlagen in qualitativer Hinsicht gibt es derzeit keine ... Der Bund wird sich z.B. für die Verbesserung der Abstellsituation an Bahnhöfen des Fernverkehrs einsetzen und dazu Gespräche mit der Deutschen Bahn AG und den Ländern dahingehend führen, zunächst entsprechende Verbesserungen für typische Fälle im Rahmen von Modellvorhaben zu entwickeln und zu erproben. Diese Erfahrungen sollen dann auf andere Bahnhöfe übertragen werden." (Stefan Ewert, Pressesprecher im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur)

  • Video-Kameras vs. Hartz-IV-Wache: Sichere Fahrradabstellanlagen, geprüfte Schlösser und richtiges Anschließen von Fahrrädern sind der beste Diebstahlschutz. Darüber hinaus gibt es immer wieder Diskussionen, wie Fahrräder besser vor Diebstahl geschützt werden können. Ein älterer Hintergrundartikel auf www.benno-koch.de ist heute so aktuell wie vor fünf Jahren.

 

Info und Anmeldung "Aufsteiger des Jahres 2014"