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Radio Eins Radtourentipp (5): Gipfelerfahrungen per Rad

Berlin, 12. August 2014

Berlin und Brandenburg gelten als flach. Was nicht immer stimmt. Die Faszination der Berge wächst. Vor allem auf dem Rad. Gerade in den Alpenländern auf neuen E-Bikes. Benno Koch hat die Gipfel in Europa mit dem Fahrrad getestet. Und am Samstag nach der Sendung steht der höchste Berg Norddeutschlands auf der Liste zum Mitradeln. Auf der Brocken Experience 2014. Die Theorie gibt es schon mal heute um kurz nach Zwölf live auf Radio Eins.

Für Reiseradler gibt es keine Diskussion: Auch mit 20 und mehr Kilo Gepäck am Rad müssen Berge oft gleich reihenweise bezwungen werden. Zusammen mit dem Rad sind so meist 40 Kilogramm und mehr in Bewegung zu halten. Das Fahrergewicht kommt hinzu. Im Vergleich zu den rund sieben Kilo leichten Rennrädern bei der Tour de France eine echte Leistung.

Mein erster großer Berg lag in Rumänien. Auf einer 2.000 Kilometer langen Radreise von Berlin zum Schwarzen Meer. Der Pass des Făgăraș-Gebirges lag hier in einem Tunnel. Doch zuvor schraubte sich die Transfogarascher Hochstraße auf 2.042 Meter über dem Meerespiegel hoch. Das war 1988 mit einer 5-Gang-Schaltung.

Später kamen viele Berge Europas hinzu. Alleine sieben Mal von Südnorwegen bis zur russischen Grenze. Das Plateau der Hardangervidda liegt nur auf 1.400 Höhenmetern. Der Rallarvegen führt dramatisch schön an der Bergenbahn entlang und am Gletscher vorbei. Klar, der 1.993 Meter hohe Col de la Madeleine lässt sich auf dem Weg nach Nizza bestimmt umgehen. Die Faszination auf den Kehren hinauf zum Pass und wieder hinunter ist aber unbeschreiblich.

Mit der Großglockner Hochalpenstraße folgte dann irgendwann mein erster Pass auf einem E-Bike. Und es war für mich die Wiederentdeckung traumhafter Gipfelerlebnisse. Das 2.474 Meter hohe Timmelsjoch im Mai auf der für Kfz gesperrten Alpenstraße zwischen Schneewänden hindurch war nicht nur einer der höchsten Pässe in Europa. Zu dieser Zeit auch der schönste.

Doch ein Berg hat mir mehr Respekt aberverlangt, als alle anderen: Der Brocken. Ängste gab es viele: Zu viele Menschen. Zu viele Autos. Zu viel Regen. 2012 war dann der Brocken-Radweg im Bau. Ganz inoffiziell natürlich. Der rund zehn Kilometer lange Abschnitt von Schierke hinauf zum Brockenplateau ist inzwischen fertig. Und autofrei. Und auch die restlichen 20 Kilometer von Wernigerode sind meist problemlos machbar. Selbst die Motorradfahrer zollen hier den Radfahrern Respekt.

Und oben auf dem 1.142 Meter hohen Gipfel wird klar, warum der Brocken so fasziniert. Er ist das Dach der Welt. Zumindest Norddeutschlands. Und er ist ein Symbol der deutsch-deutschen Teilung am 13. August 1961. Und für immer mehr ganz normale Fahrradtouristen wird er zum Symbol eines neuen Lebensgefühls: Es aus eigener Kraft per Rad geschafft und alle Vorurteile widerlegt zu haben.

Alle Details zur Strecke gibt's wie immer live als Radio Eins Radtourentipp zunächst theoretisch. Und wer möchte, kann diesmal am Samstag, 16. August 2014 mit dem Radio Eins Fahrradexperten Benno Koch die Strecke auf der Brocken Experience 2014 testen - Deiner ganz persönlichen Gipfelerfahrung.

 

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