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Radweg Stille Pauline: Altweibersommer und Kraniche im Rhinluch

Berlin, 24. September 2014 [zuletzt geändert 26.09.14 um 8:45 Uhr]

Traumziel Radweg Stille Pauline. Es war der Radweg des Jahres 2011. Ganz inoffiziell natürlich. Inzwischen ist der alte Bahnhof Fehrbellin mit viel Liebe zum Detail als Gasthaus zu neuem Leben erwacht. Eines der besten Cafés Brandenburgs wartet. Und natürlich sind jetzt die Kraniche zurück - rund 36.000 sollen es aktuell sein. Benno Koch verrät am Sonntag, 28. September 2014 die schönsten Entdeckungen im Altweibersommer.

Genau am 12. September 1880 wurde auf der 29,83 Kilometer langen damaligen Bahnstrecke zwischen Paulinenaue und Neuruppin der Eisenbahnverkehr aufgenommen. Rund 90 Jahre später fuhren am 30. Mai 1970 die letzten Personenzüge, 1995 war auch für die letzten Güterzüge Schluss, 2007 wurde die Strecke verkauft - und die Idee für einen Radweg entstand.

Während die Personenzüge damals mit einer Höchstgeschwindigkeit von maximal 30 km/h durch's Luch dampften, sind Fahrradtouristen heute kaum langsamer. Aus der einstigen Bahnstrecke wurde ein im Frühjahr 2011 offiziell eröffneter knapp 2,5 Meter breiter Asphaltstreifen - der Radweg Stille Pauline. Auf rund 19 Kilometern geht es autofrei und jenseits jeglicher Landstraßen einsam durch eine faszinierende Luchlandschaft.

Diese Radtour startet diesmal in einer neuen Variante durchs Rhinluch. Abseits der Touristen an den Linumer Teichen geht es von Kremmen durch die ruhigen Landschaften des Rhinluchs. Hier werden in diesen Tagen die Maisfelder nicht vollständig abgeerntet. Für tausende Kraniche ist so der Tisch reich gedeckt, ein spektakuläres Naturschauspiel etwas abseits der Stillen Pauline kann beginnen.

In Wustrau am Ruppiner See ist dann wieder die Zivilisation erreicht. Hier begannen vor 152 Jahren Theodor Fontanes erste Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Noch heute wirkt der Ort mit Schloss, Kirche, Anger und dem Zieten-Denkmal wie die Blaupause eines märkischen Dorfes. Eines der besten Cafés Brandenburgs darf hier natürlich nicht fehlen.

Zurück in den offenen Landschaften des Rhinluchs geht es nach Dammkrug, wo der alte Bahndamm der Stillen Pauline als ausgebauter Radweg beginnt. Der ehemalige Bahnhof Fehrbellin folgt ein paar Kilometer später und er ist der schönste in der Reihe. Kerstin Zietz hatte sich bereits 2006 in den Bahnhof verliebt. Noch vor der Idee für einen Radweg. Nach aufwändiger Sanierung war die langersehnte Eröffnung als Gasthaus und Herberge war dann endlich im Dezember 2012 soweit. Zusammen mit einem irgendwann einmal restaurierten Schlafwagenwaggon, einer alten Dampflok auf einem alten Gleis am Güterbahnhof davor und einem Kamin im Restaurant soll das Ensemble zu einem Schmuckstück werden.

Nach ein paar Kilometern ist dann die einstige Verladestation und Post am damaligen Bahn-Haltepunkt Lobeofsund aus dem Jahr 1927 erreicht. Der Dorfname Lobeofsund soll auf einen schwedischen Fahnenflüchtigen im Dreißigjährigen Krieg zurückgehen: "Lob auf den Sand" soll sein Ausruf gewesen sein, als er diese trockene Stelle im damaligen Moor des Rhinluchs erreichte - woraus dann in Preußen kurz Lobeofsund wurde.

Annelie Kuring lebt seit Ende der 1990er Jahre im repräsentativen Postgebäude Lobeofsund direkt am einstigen Bahndamm. In ihrem Garten könnte es auch diesmal wieder selbstgemachte Holunder-Limonade geben.

 

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