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Elbe-Radweg und Dessau-Wörlitzer Gartenreich

Berlin, 7. Oktober 2014 [zuletzt geändert 9.10.14 um 9:18 Uhr]

Der Elbe-Radweg in Sachsen-Anhalt verbindet die größte Dichte an UNESCO-Weltkulturerben mit Deutschlands beliebtesten Radfernweg. Am Samstag, 11. Oktober 2014 verrät Benno Koch die schönsten Strecken von Wittenberg durch den Altweibersommer im Dessau-Wörlitzer Gartenreich.

Möglicherweise hat es den Thesenanschlag an der Wittenberger Schlosskirche nie gegeben. Zumindest Martin Luther selbst soll in seinen Briefen und Werken nie von dem auf den 31. Oktober 1517 datierten Ereignis berichtet haben. Heute ist Wittenberg nicht nur an der Schlosskirche, sondern auch am Schloss, der Stadtkirche St. Marien, dem Arsenalplatz (dem neuen Zentralen Besucherempfang) und dem Augusteum (einem der ältesten Universitätsgebäude Deutschlands) eine spannende Baustelle. Bevor in drei Jahren weltweit 500 Jahre Reformation der Kirche gefeiert werden, will sich die Stadt in der alles begann fein machen.

Doch gerade jetzt ist Wittenberg eine beschauliche Augenweide. Vor dem großen Ansturm von Christen aus aller Welt. Und die "Lerngeschichte der Reformation dauert in einer pluralistischen Gesellschaft bis heute an": In einer so genannten Luther-Dekade wurde das Jahr 2014 zum Themenjahr Reformation und Politik erklärt: "Staatsmacht und Gottesherrschaft, Obrigkeit und Mündigkeit, Gehorsam und Gewissensfreiheit" - dieses Wechselspiel bestimmt in vielen Religionen noch heute die Auseinandersetzungen. Mit Luthers 95 Thesen und seinen Predigten gegen den Ablasshandel hat die beginnende Reformation seit 1517 in weiten Teilen der Welt "den Glauben von Vorschriften und Zwängen befreit und ihn streitbar gemacht".

Nach einer gesunden Portion lebendiger Geschichte und einer kleinen Stadtrundfahrt geht es dann schnell hinaus in die Elbauen. Bestens asphaltiert und mit Rückenwind präsentiert sich der Elbe-Radweg bis Wörlitz von seiner schönsten Seite.

Und auch das Wörlitzer Schloss, als bekanntestem Motiv des Gartenreiches, erstrahlt seit einem Jahr zumindest äußerlich schöner als jemals zuvor in seiner 241jährigen Geschichte. Das hat es nun sogar auf eine frisch geprägte 100-Euro-Goldmünze geschafft. Zum Freundschaftspreis von 544,48 normalen Euro pro Stück. Zum bezahlbaren Preis wartet in Wörlitz natürlich auch ein wunderbares Café unter alten Apfelbäumen.

Diesmal steht auch Oranienbaum auf der Liste, als ein "Beispiel für eine weitgehend niederländisch geprägte Barockanlage". Das Schloss Oranienbaum aus dem Jahre 1683 wird seit 14 Jahren saniert - und kann trotz der wohl noch einmal so langen Restaurierungszeit bereits jetzt besichtigt werden. Das großzügige Ensemble aus Schloss, Park und Stadt auf einem geometrischen Grundriss wirkt wie eine vergessene Perle.

Dann geht es zurück zum Elbdeich. Durch ein romantisches Burgtor und an einem strahlend schön wiederentstandenen Römischen Tempel vorbei wird das Forsthaus Leiner Berg erreicht. Das Gebäude aus dem Jahre 1830 sieht nicht nur aus wie ein richtiges Schweizer Haus. Mit ein bisschen Lust wirft der Wirt auch den Grill an und verwandelt das Anwesen mitten im Wald zum schönsten Biergarten weit und breit. Fast wie bei den Eidgenossen, nur billiger.

Vorbei am Schloss und Park Luisium, der "wohl idyllischsten Parkanlage des Gartenreiches" geht es dann auf der Zielgeraden in die Bauhausstadt Dessau. Auf einer entspannten Radtour für Genießer.

 

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