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Schloss Zerbst: Auf den Spuren der Macht

Berlin, 18. November 2014 [zuletzt geändert 21.11.14 um 22:05 Uhr]

Zwei Jahre verbrachte Prinzessin Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst auf Schloss Zerbst. Als Katharina die Große war sie 34 Jahre lang die mächtigste Frau der Welt. Einen Hauch von Weltgeschichte verrät Benno Koch am Samstag, 22. November 2014 auf einer Radtour durch die Elbauen zwischen Zerbst und Bad Salzelmen.

Es war ein kalter Januartag 1744 als Sophie aufbrach. Die 14jährige war als Gemahlin für den russischen Thronfolger auserwählt worden. Die Reise von Zerbst über Berlin nach St. Petersburg dauerte einen Monat. Die Hochzeit mit dem späteren Zaren Peter III. fand ein Jahr später im September statt. Sophie konvertierte zum orthodoxen Glauben, hieß nun Katharina, las Montesquieu und Voltaire, lernte zielstrebig russisch und verstand es, die Macht am Hofe an sich zu ziehen. Nach einem Staatsstreich wurde sie im Juli 1762 zur Zarin ausgerufen.

Das 22.000 Einwohner zählende Zerbst ist heute kein Hotspot des Tourismus. "Kommen denn viele russische Touristen nach Zerbst?", will ich in der Touristinfo wissen. Nein, irgendwie nicht. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt zu 80 Prozent zerstört, das Schloss brannte aus. Obwohl die Grundmauern noch standen, wurden bis auf den Ostflügel später große Teile gesprengt.

Doch wer heute nach Zerbst kommt, merkt schnell, hier etwas ganz Besonderes entdeckt zu haben. Ein Förderverein bemüht sich seit 2005 um die äußere Wiederherstellung des ab 1681 errichteten Residenzschlosses der Fürsten von Anhalt-Zerbst. Seit Juli 2010 erinnert eine Bronzestatue im Schlossgarten an die berühmteste Tochter der Stadt: Katharina die Große.

Auch die Stadt wirkt aufgeräumt: Am Markt symbolisiert die Rolandsfigur die Stadtrechte, an der Schlossfreiheit beeindrucken sanierte barocke Kavaliershäuser, die dicken Mauern der Nikolaikirche ohne Dach und Turm bilden noch immer den Mittelpunkt der Altstadt und im einstigen Franziskaner-Kloster befinden sich heute zwischen den Gewölben und Kreuzgängen ein Gymniasium. Das Ganze ist umgeben von einer 4,2 Kilometer langen Stadtmauer aus dem 15. Jahrhundert mit Toren, Türmen und Pforten.

Diese 50 Kilometer kurze Radtour für Genießer verbindet die Spuren der Macht in Zerbst mit den Elbauen und der Saale-Mündung bei Barby (Elbe). Auf dem Elbe-Radweg geht es dann nach Bad Salzelmen, wo die warmen Solequellen und die Blockhäuser der Saunalandschaft die perfekte Entspannung nach der Radtour versprechen.

Und ganz am Schluss soll die Weltrad-Manufaktur mit ihrem Restaurant direkt am Elbdeich in Schönebeck den Ausklang des Tages bilden.

 

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