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Komoot: Fahrradnavigation leicht gemacht

Berlin, 19. November 2014

Zwei Millionen Mal wurde die Komoot App bereits installiert. Nach Angaben des Unternehmens ist Komoot damit die beliebteste App für Outdoor-Aktivitäten und Inspiration. Benno Koch hat die Fahrradnavigation inzwischen zwei Jahre getestet und eine kleine Bestandsaufnahme gemacht.

Komoot, das sind die netten Jungs von nebenan. Das Startup ist vor gut vier Jahren von Berlin in die Speicherstadt Potsdam direkt an die Havel gezogen. Kein vornehmes Bürohaus, eher eine Studenten-WG. Tobias Hallermann ist einer der Gründer: "Wir wollen die Planung deiner Radtour oder deiner Wanderung möglichst einfach machen."

Es ist noch gar nicht lange her, da war Fahrradnavigation ein teures und kompliziertes Unterfangen. Regelmäßig sind die inzwischen großen GPS-Pioniere bereits daran gescheitert, brauchbare Fahrradkarten zu erstellen. Die Darstellung war nicht mehr als ein Strich, der Bildschirm klein, das Gerät nahezu unbezahlbar. Zumindest in der Outdoor-Variante. Regelmäßig fehlten Bahnhöfe. Oder wahlweise wurden gerne seit Jahren stillgelegte Bahnlinien und im Zweiten Weltkrieg gesprengte Brücken als vorhanden offeriert. Das Fahrradrouting war eine wilde Mischung meist sinnloser Vorschläge, einzig die Straßennavigation funktionierte. Eine Verbindung mit dem Internet gab es nicht.

Als die Komoot GmbH im Januar 2010 gegründet wurde, waren Hard- und Software bereits sichtbar weiter: Die Smartphones schickten sich an den Massenmarkt zu revolutionieren. GPS war immer häufiger an Bord. Die Displays wurden größer, heller und seit kurzem sogar wasserdicht. Externe Zusatzbatterien, USB-Buchsen am Fahrrad und Steckdosen in den Zügen kamen hinzu. Die grundlegenden Probleme waren damit gelöst. Mit der OpenCycleMap entwickelte sich zudem auf Basis der OpenStreetMap die erste weltweite Fahrradkarte nach dem Wikipedia-Prinzip. Das Ergebnis übertrifft alle am Markt verfügbaren Landkarten für Fahrradfahrer.

Jetzt fehlte nur noch eine einfache Navigationssoftware. Komoot liest nun eine Mischung aus den Daten von OpenCycleMap oder auch Höhendaten der NASA aus. Also einfach das Ziel auf der Karte anklicken oder schriftlich eintippen und die Route wird vom aktuellen Standort aus berechnet. Als Modi können Fahrrad, Mountainbike, Rennrad, Schotter oder Alpin gewählt werden. Wandern und Bergsteigen stehen auch auf der Liste.

Die Route wird auf Wunsch per Sprachnavigation ausgegeben, das Display kann also ausbleiben. Natürlich wird der Track aufgezeichnet, wie auch gpx-Tracks problemlos im- und exportiert werden können. Die aktuelle Geschwindigkeit, die Durchschnittsgeschwindigkeit, die zurückgelegten Kilometer oder die Kilometer bis zum Ziel machen Komoot zum unkomplizierten Navigationsgerät. Gibt es eigentlich einen Grund noch ein klassisches GPS-Gerät zu kaufen? "Eigentlich nein. Vielleicht brauchen das einige noch als Statussymbol", sagt Hallermann.

Nachdem Europa auf einen besseren Fahrradweg gebracht wurde, will Komoot nun in den USA bekannter werden. Und mit den neuen "Highlights" inspirieren. Also die Abenteuer anderer Nutzer für den eigenen Ausflug anpassen.

 


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