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Unteres Odertal: Stettin, Wildgänse und Blockhaussauna

Berlin, 25. November 2014 [zuletzt geändert am 26.11.14 um 20:30 Uhr]

Was macht eigentlich der Oder-Neiße-Radweg nach Stettin? Als vor drei Jahren der erste Abschnitt bei Pargowo eröffnet wurde, waren die Hoffnungen groß. Ein paar Kilometer weiter im Odertal ist jetzt die schönste Zeit für Birdwatcher angebrochen. Zehntausende Wildgänse und Singschwäne überwintern hier. Und am Ende wartet eine Blockhaussauna mit knisterndem Kaminfeuer. Benno Koch verrät am Samstag, 29. November 2014 die überraschendsten Entdeckungen zwischen Stettin und Schwedt.

Der neue Radweg auf dem Stettiner Bulwar Piastowski zwischen Hauptbahnhof, Schloss und Hakenterrassen hat Konturen angenommen. Am Hafen von Gryfino ist das erste Stück eines asphaltierten Radweges fertig. Und die Fahrradstraße von Staffelde nach Pargowo ist bereits vor drei Jahren asphaltiert und ausgeschildert worden. Alles zusammen gehört zu einem Puzzle namens Oder-Neiße-Radweg. Durchgängig fertig ist hier nichts. Trotzdem ist das Ganze ein gutes Beispiel wie Europa inmitten der einzigartigen Flusslandschaft des Unteren Odertals langsam zusammenwächst.

Diese 60 Kilometer kurze Radtour startet mit einer kleinen Stadtrundfahrt durch Stettin und führt auf Abschnitten des neuen polnischen Oder-Neiße-Radweg nach Staffelde und weiter durchs Odertal nach Schwedt. Unterwegs wartet das Alte Zollhaus in Mescherin mit seiner guten Küche wohltemperiert direkt an der Oder.

Ein paar Kilometer weiter ist es der morbide Charme der alten Hansestadt Gartz mit ihren unendlich vielen verpassten Chancen. Die erste Adresse am Gartzer Oderufer ist noch immer durch eine Garagenlandschaft geprägt. Selbst eine Fischerkneipe gibt es hier nicht. Ein Antrag die Uferpromenade durch ein Tempolimit attraktiver zu machen wurde abgelehnt. Obwohl es ein paar hundert Meter weiter eine neue innerörtliche Umgehungsstraße gibt.

Doch mit dem Stettiner Stadttor in schönster Backsteingotik, dem Heilig-Geist-Hospital oder der turmlosen Stadtkirche St. Stephan in der Gartzer Altstadt der einstige Glanz der alten Hansestadt noch zu erahnen.

Was nun folgt ist ein Naturschauspiel ohne Gleichen in Brandenburg. Das Odertal weitet sich, die Oder mit ihren Polderlandschaften wird hier manchmal zu einem kleinen Meer, am Horizont erstrecken sich die Hügelketten am polnischen Oderufer. Mitten hindurch führt der breite asphaltierte Oder-Neiße-Radweg fast immer auf dem Deich entlang.

In kleinen Brackwasserseen sammeln sich jetzt oft riesige Kolonien von Wildvögeln, direkt am Radweg und zum Greifen nah. Und so geht es kilometerweit durch die einsame Flusslandschaft durch den Sonnenuntergang nach Schwedt.

Im Aquarium Schwedt wartet eine der entspannendsten Saunalandschaften Brandenburgs. Ohne Touristenschlangen lodert hier das Kaminfeuer in der geräumigen Blockhaussauna, bietet das Sportbecken viel Platz und gleich nebenan verspricht ein Restaurant die gute Küche danach.

 

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