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Busch & Müller: Richtiges Fahrradlicht, richtiges Weihnachtsgeschenk

Berlin, 17. Dezember 2014

Kein anderes Zubehör am Fahrrad hat sich in den letzten Jahren so radikal verändert. Zuletzt haben die neuen LED-Fahrradscheinwerfer Quantensprünge gemacht, die noch vor Kurzem undenkbar schienen. Der deutsche Hersteller Busch & Müller KG aus Meinerzhagen ist einer der Pioniere und deutscher Weltmarktführer im Bereich der Fahrradbeleuchtung. Benno Koch hat die aktuellen Produkte getestet und eine kleine Bestandsaufnahme gemacht.

Ende Oktober 2004. Am Brandenburger Tor findet eine der ungewöhnlichsten Polizeikontrollen Berlins statt. Innerhalb von zwei Stunden werden 506 Fahrradfahrer gezählt, 138 von ihnen oder 27 Prozent sind ohne oder ohne funktionstüchtige Beleuchtung unterwegs. Statt Knöllchen werden 100 der ersten hochwertige LED-Fahrradscheinwerfer und 100 LED-Rückleuchten verschenkt. Einfach so. Doch der Wandel von besseren Positionslampen hin zu richtigen Scheinwerfern auch für Fahrräder hatte damals gerade erst begonnen.

Zehn Jahre und ein paar Wochen später. Es ist kurz vor Weihnachten. Am Brandenburger Tor wird gerade der Chanukka-Leuchter aufgebaut. Ein paar Meter weiter leuchtet bereits der Weihnachtsbaum. Berlin hat sich in seiner guten Stube herausgeputzt. Touristengruppen aus aller Welt fotografieren sich vor den Sehenswürdigkeiten dieser Stadt.

Es soll nur eine kleine Stichprobe werden. An diesem Abend im nasskalten meteorologischen Winter. Bei nur wenig über Null Grad. Die Dämmerung wird gerade von der Dunkelheit abgelöst. Hunderte Fahrradfahrer sind auf dem Weg von der Arbeit oder der Uni auf dem Weg nach Hause. Zwischen 16 und 17 Uhr passieren 286 Radfahrer das Brandenburger Tor. Es sind sichtbar mehr um diese Jahrezeit geworden. Nur vierzehn oder fünf Prozent von ihnen haben kein Licht an. Und aus Posititionslampen sind richtige Scheinwerfer geworden.

Fahrradbeleuchtung macht inzwischen Spaß. Und es gibt einen Vorreiter. Als 1992 mit dem Secutec plus das erste Rücklicht mit LED-Standlichtfunktion und Kondensator auf den Markt, quälten sich die meisten Radfahrer noch mit durchrutschenden Seitenläuferdynamos durch Nässe und Kälte.

Das 1925 mit der Produktion von Katzenaugen für Fahrräder gestartete Unternehmen Busch & Müller wollte es nun aber wissen. 1996 folgte mit dem Lumotec plus der erste Fahrradscheinwerfer mit LED-Standlichtfunktion und Kondensator. Das Fahrlicht musste noch mit Halogenlampen Vorlieb nehmen.

Als schließlich 2005 endlich der erste StVZO-zugelassene LED-Fahrradscheinwerfer unter dem Namen D'Lumotec Oval Licht in die Dunkelheit brachte, beschleunigte sich die Entwicklung rasant.

Mit einem Quantensprung von 17 auf 60 Lux folgte 2007 die neue IQ-Technologie von Busch & Müller, 2010 kam das Tagfahrlicht auch für Fahrräder, 2011 mit der BrakeTec die erste StVZO-zugelassene Bremslichtfunktion und 2012 der Luxos: Die IQ2-Technologie brachte Flutlicht, Panorama Nahlicht, Rücklichtüberwachung, eine USB-Ladefunktion und mit 90 Lux eine noch vor Kurzem undenkbare Beleuchtungsstärke eines dynamobetriebenen Fahrradscheinwerfers.

Benno Koch hat in den letzten 20 Jahren alle Fahrradscheinwerfer von Busch & Müller in der Praxis getestet. Wichtigstes Ergebnis: Es kommt immer mehr Licht tatsächlich auf der Fahrbahn an, der Aha-Effekt ist bei allen Mitfahrern immer garantiert. Nachtfahrten sind inzwischen ähnlich sicher und komfortabel wie man es vom Auto her selbstverständlich erwartet. Und machen richtig Spaß. Aber ähnlich wie beim Auto wird nun die richtige Einstellung des Scheinwerfers immer wichtiger, um Blendwirkungen zu vermeiden.

Der Scheinwerfer Lumotec IQ2 Luxos U ist das aktuelle Flaggschiff des Unternehmens "wie es nur alle zehn Jahre einmal entwickelt werden kann". Das Lichtfeld ist doppelt so breit wie bisher, weitgehend homogen und mit Tag- und Fernlichtfunktion. Der Pufferakku und die USB-Buchse für's Smartphone sind schon integriert. Beim Listenpreis von 179 Euro ein echtes Weihnachtsgeschenk.

Busch & Müller hatten 2004 am Brandenburger Tor die Lust auf richtiges Licht am Rad kräftig befördert und 100 Scheinwerfer und 100 Rücklichter verschenkt. Heute ist fehlendes oder schlechtes Licht am Rad ein immer kleineres Problem.

Ist denn jetzt schon alles erreicht? "Wir ruhen uns nicht auf unseren Lorbeeren aus – und schweigen in Bezug auf Zukünftiges wie ein Grab", sagt Sebastian Göttling. Der Mann ist Marketingchef bei Busch & Müller und hat eines schon mal versprochen, wenn es beim Anbau um die noch immer nötige Fummelei bei den Steckverbindungen zwischen Lampe und Kabel, also um einen richtigen Stecker geht: "Die Anregung ist weitergegeben. Es muss eine Lösung sein, die alle begeistert." Es ist genau diese Begeisterung, die aus dem einstigen Problemfeld Fahrradlicht immer neue Innovationen gemacht hat.

 


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