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Schlaubetal-Radweg: Von Neuzelle nach Briesen

Berlin, 29. April 2015 [zuletzt geändert 30.04.15 um 22:20 Uhr]

Die Schlaube ist ein 20 Kilometer kurzer Fluss im Osten Brandenburgs. 17 Wassermühlen sollen sich hier einst gedreht haben, elf sind mehr oder weniger noch erhalten. Wirklich spektakulär ist die eiszeitliche Schmelzwasserrinne mit bis zu 30 Meter tiefen Schluchten. Auf einzelnen Abschnitten führt ein asphaltierter Radweg hindurch. Am Sonntag, 3. Mai 2015 verrät Benno Koch die spannendsten Ausflüge im Fahrradfrühling.

Obwohl der Mann vermeintlich überall war, hat Theodor Fontane das Schlaubetal offenbar übersehen. Vielleicht gab es hier keinen geeigneten Weg für seine Kutsche. Auch in seinen "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" wurde in Wahrheit schon vor hundert Jahren mehr gefahren als gewandert. Just vor einem Jahr brachte die Schlaubetaler Amtsdirektorin schließlich die Fahrradtouristen gegen sich auf, als der Uferweg am Großen Müllroser See plötzlich zu einem "Qualitätswanderweg" erklärt und für Radfahrer gesperrt wurde. Natürlich kann man auf dem Holperparcours in Wahrheit sowieso nicht Rad fahren. Eigentlich. Die vielen Fahrradspuren im Morast sprechen eine andere Sprache.

Es ist ein bizarrer Streit: Verhalten sich die mit dem Auto zu den Gasthäusern im Schlaubetal anreisenden Gäste wirklich naturfreundlich, wenn sie dann noch ein wenig spazieren gehen? Meist ein paar hundert Meter - 20 Kilometer zu Fuß hin und wieder zurück bleiben in Wahrheit für die Mehrzahl der "Wanderer" jenseits aller Vorstellungskraft. Oder sind es nicht eher die Fahrradtouristen, die nicht nur auf dem umweltfreundlichsten Verkehrsmittel unterwegs sind, sondern überdurchschnittlich oft auch mit der Bahn anreisen? Also den Eingriff in die Natur so gering wie möglich halten. Und 20 Kilometer mit dem Rad auch hier mit einem Lächeln zurücklegen können.

Im Landkreis Oder-Spree sind in den vergangenen Jahren einige Radwege ausgebaut worden. Die Tourismusregion Seenland Oder-Spree darf sich seit der ITB 2015 sogar ADFC-Radreiseregion nennen. Ob diese Auszeichnung hält was sie verspricht, kann auf dieser rund 60 Kilometer kurzen Radtour überprüft werden.

Los geht es unweit des Oder-Neiße-Radweges in Neuzelle, wo die barocke Klosteranlage und die millionenschere Sanierung des einzigartigen Ensembles in diesem Jahr die Ziellinie erreichen wird.

An der Startlinie für diese Radtour wird es dann aber ernst: Rund 120 Höhenmeter geht es aus dem Odertal hinauf in die Eiszeitlandschaft des Naturparks Schlaubetal. Und mit ein paar Hügeln zwischendurch wieder auf die Ursprungshöhe zurück. Keine Angst, im Zweifel darf auch geschoben werden. Auch Rad fahrende Genießer kommen hier durch.

Von der Bremsdorfer Mühle geht es mitten durch das Herz des Schlaubetals vorbei am Forsthaus Siehdichum zur einstigen Wassermühle Kupferhammer. Auf langen Strecken gut asphaltiert und landschaftlich überraschend schön. Bis zur Mühle Müllrose geht es dann auf einem straßenbegleitenden Radweg nicht mehr ganz so romantisch weiter, aber natürlich machbar.

Auf Abschnitten der Radwege Oder-Spree-Tour, Tour Brandenburg und Spree-Radweg wird in Briesen schließlich wieder die Bahn erreicht. Doch zuvor versprechen seit einigen Monaten die liebevoll restaurierten Kaiser-Stuben im historischen Bahnhofsgebäude einen genussvollen Ausklang dieser Radtour.

 

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