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Eiszeitroute: Von Neustrelitz nach Neubrandenburg

Berlin, 21. Mai 2015 [zuletzt geändert am 23.05.15 um 23:10 Uhr]

Abseits des Trubels im Herzen der Seenplatte führt die Eiszeitroute - aus Marketinggründen auf genau 666 Kilometern - durch Mecklenburg. Einer der abwechslungsreichsten Abschnitte verbindet auf rund 50 Kilometern leicht inoffiziell die Residenzstadt Neustrelitz mit der Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg. Am Sonntag, 24. Mai 2015 verrät Benno Koch die neuesten Ausflüge am Pfingstwochenende.

Die barocke Planstadt Neustrelitz hat sich in den vergangenen Jahren wieder zu einer echten Perle entwickelt. Der riesige Markt beeindruckt mit dem klassizistischen Rathaus, der Stadtkirche und acht abgehenden Straßen. Eine führt hinunter zum Hafen am Zierker See, wo die alten Speicher heute Restaurants und Hotels beherbergen. Eine neue Kaffee-Rösterei begeisterte dort bereits vor einer Woche die Rad fahrenden Genießer.

Eigentlich muss das ja unter uns bleiben: Das Bohn' aparte mit seinen frischen und selbstgemachten Torten, dem guten Kaffee, dem entspannten Interieur und nicht zuletzt der freundlich-flinken Bedienung verbindet so ziemlich alles, was man sich von einem guten Café nur erträumen kann.

Die kulinarische Messlatte liegt nun ziemlich hoch. Daran muss sich jetzt auch die landschaftliche und kulturelle Qualität der Eiszeitroute messen.

Anfangs geht es auf einem straßenbegleitenden Radweg aus Neustrelitz hinaus. Dann wird es ländlicher, bis das frühklassizistische Schloss Hohenzieritz am Horizont erscheint. Wo sich heute die Verwaltung des Müritz-Nationalparks befindet, starb im Juli 1810 die schöne Preußenkönigin Luise im Alter von nur 34 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung. Hier beginnt heute auch ein 220 Kilometer langer Königin-Luise-Radweg zum Berliner Schloss Charlottenburg und weiter zum havelländischen Schloss Paretz.

Doch diese Radtour führt nun weiter Richtung Norden zur Burg Penzlin, die vor allem mit unnatürlichen Todesarten in Verbindung gebracht wird. Vom Folterstuhl bis zum Streckbett war nach 1560 im Hexenkeller allerhand Mobiliar angeschafft worden. Doch die Regeln besagten damals, dass die Folter keineswegs mit dem Tode enden durfte ...

Ganz friedlich und sanft hügelig nähert sich diese Radtour nun dem großartigen Finale am Ufer des Tollensesees nach Neubrandenburg. Die 2,3 Kilometer lange Stadtmauer mit ihren vier Stadttoren, zahlreichen Wiekhäusern und dem Fangelturm sind die Markenzeichen der im Zweiten Weltkrieg zu 80 Prozent zerstörten Stadt. Doch inzwischen ist sogar die Hauptkirche St. Marien als Konzertkirche neu entstanden. Und auch das frisch sanierte Turmhochhaus HBK gleich gegenüber zählt inzwischen zu den Architekturikonen der 1960 Jahre der DDR. Natürlich mit der schönsten Aussichtsplattform der Stadt.

 

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