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Schlaubetal-Radweg: Von Müllrose nach Neuzelle

Berlin, 22. Mai 2015 [zuletzt geändert 23.05.15 um 23:10 Uhr]

Die Schlaube ist ein 20 Kilometer kurzer Fluss im Osten Brandenburgs. 17 Wassermühlen sollen sich hier einst gedreht haben, elf sind mehr oder weniger noch erhalten. Wirklich spektakulär ist die eiszeitliche Schmelzwasserrinne mit bis zu 30 Meter tiefen Schluchten. Auf einzelnen Abschnitten führt ein asphaltierter Radweg hindurch. Am Montag, 25. Mai 2015 verrät Benno Koch die neuesten Ausflüge am Pfingstwochenende.

Obwohl der Mann vermeintlich überall war, hat Theodor Fontane das Schlaubetal offenbar übersehen. Vielleicht gab es hier keinen geeigneten Weg für seine Kutsche. Auch in seinen "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" wurde in Wahrheit schon vor hundert Jahren mehr gefahren als gewandert. Just vor einem Jahr brachte die Schlaubetaler Amtsdirektorin schließlich die Fahrradtouristen gegen sich auf, als der Uferweg am Großen Müllroser See plötzlich zu einem "Qualitätswanderweg" erklärt und für Radfahrer gesperrt wurde.

Doch eigentlich ist alles ganz harmlos. Am Rande des Schaubetals sind im Frühjahr 2015 ein paar neue Asphaltstreifen für Radfahrer entstanden. Und die Lieblichkeit des Schlaubetals ist ein Beweis dafür, dass Rad fahren auch viel mit Rumliegen zu tun haben kann. Und mit der überraschend guten Küche in einigen der alten Forsthäuser und Wassermühlen.

Diese rund 40 Kilometer kurze Radtour wurde in den vergangenen Wochen gleich zwei Mal irgendwie zufällig zum Inbegriff des entspannten Genusses. Diesmal soll es in Müllrose losgehen. Die Stadt bezeichnet sich selbst als Tor zum Schlaubetal. Die Müllroser Mühle soll 1275 erstmals erwähnt und damit die älteste der Schlaubemühlen sein.

Nach einer kleinen Runde vorbei an der alten Stadtmühle und um den historischen Markt geht es dann schnell ins Herz des Schlaubetals zur einstigen Wassermühle Kupferhammer, zum Forsthaus Siehdichum und zur Bremsdorfer Mühle. Vor allem letzere beiden haben in diesem Frühjahr alle Erwartungen übertroffen und gehen durchaus als kleine Gourmettempel durch.

Während die Restaurantgäste mit Auto maximal einen kleinen Spaziergang um den Parkplatz machen, wird es auf dem Weg zur Kieselwitzer Mühle schnell wieder einsam. Hier und anderswo abseits der Gasthäuser trifft man höchstens andere Radfahrer.

Von Kieselwitz in Richtung Treppeln ist vor einigen Tagen ein neuer straßenbegleitender Radweg entstanden. Nach Meinung der Test-Radfahrer irgendwie surreal. Natürlich braucht hier niemand einen Radweg, Autoverkehr gibt es praktisch keinen. Aber man kann auf bestem Asphalt entspannt nebeneinander radeln. In der Hoffnung, dass der Weg einen richtigen Unterbau hat und die Garantiezeit überlebt.

Auf straßenbegleitenden Radwegen an ruhigen Landstraßen geht es dann immer bergab in Richtung Neuzelle, wo zum Finale das Barockkloster zu seinem großen Auftritt kommt. Und weil man auf der Rückfahrt mit der Regionalbahn in Frankfurt (Oder) sowieso umsteigen muss, könnte auf der Slubicer Seite sogar noch das eine oder andere eiskalte polnische Bier warten.

 

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