Login  

Auf der Suche nach dem Radweg Berlin-Stettin

Berlin, 16. Juni 2015

Am vergangenen Wochenende begeisterte Stettin mit dem Treffen der Großsegler. Jetzt wollen sich hier tausende Fahrradfahrer zur Sternfahrt treffen. Und soeben wurde eine weitere Lücke im Radweg Berlin-Stettin geschlossen. Ganz inoffiziell natürlich. Am Sonntag, 21. Juni 2015 verrät Benno Koch die spannendsten Abenteuer im Fahrradsommer.

Der Asphalt ist noch ganz frisch. Im Frühjahr 2015 wurde südlich von Stettin ein knapp sieben Kilometer langer Abschnitt eines straßenbegleitenden Radweges fertiggestellt. Wenn an diesem Sonntag die Fahrradsternfahrt in Stettin startet, wird eine Route aus dem brandenburgischen Amt Gartz (Oder) genau hier entlang führen. Zusammen mit anderen vorhandenen überregionalen Radfernwegen und einigen aktuellen Lückenschlüssen kann es bereits einen auf 90 Prozent der Strecke gut bis sehr gut befahrbaren Radweg Berlin-Stettin geben.

Diese rund 60 Kilometer kurze Radtour für Genießer mit einem leichten Hang zum Abenteuer wird die Sternfahrt in Stettin nur am Rande streifen. Doch gerade die Atmosphäre in der Oder-Metropole wird an diesem Tag eine andere sein. Mit breiten und auch im Neubau befindlichen Ausfallstraßen setzt Stettin nach wie vor mit Millionen schweren Investitionen aufs Auto. Das Ergebnis sind Kilometer lange Staus in der Rushhour.

Doch Stettin erfindet sich gerade neu. Seit August 2014 gibt es eine neues Stadtradsystem: An 33 Stationen sind im Stadtzentrum 338 Leihfahrräder zu haben. Die ersten 20 Minuten sind gratis. Und plötzlich sieht man überall in Stettin Fahrradfahrer, auch da wo sich zuvor niemand langgetraut hat.

Mit dazu beigetragen haben Kilometer lange neue asphaltierte Radwege wie jener südlich von Stettin durch die Gemeinde Kolbaskowo. Aber auch viele neue Radspuren auf den Hauptstraßen der Innenstadt, natürlich der Bulwar Piastowski mit dem neuen Radweg entlang der Oder vom Hauptbahnhof zu den Hakenterrassen oder auch kurze neue Abschnitte wie jener vor der neuen Philharmonie. Hinzu kommen Radspuren in Einbahnstraßen in Gegenrichtung und natürlich die Wege durch die vielen Parks der Stadt.

Diese Radtour soll weit vor den Toren Stettins in Passow starten. Hier wird direkt an der Bahnlinie Berlin-Stettin gerade ein neuer Abschnitt des Uckermärkischen Radrundweges ausgebaut. Quer durchs landschaftlich einzigartige Randowbruch geht es zum Schloss Wartin. Die Wege sind in der Regel menschenleer. Mit etwas Glück kann man hier in diesen Tagen auch mal 20 Weißstörche auf einer Wiese hinter einem Traktor entdecken.

Im vorpommerschen Penkun ist dann direkt am Oder-Neiße-Radweg das beeindruckende Renaissanceschloss erreicht. Dann geht es schnell wieder hinaus durch die Felder und zurück in brandenburgische Amt Gartz (Oder). Von Rosow nach Neu Rosow ist hier bereits vor zwei Jahren die Ortsverbindung als Radweg ausgebaut worden. Der Radweg ist eher eine normale Straße, auf der ohnehin niemand fährt. An der Grenze zu Polen ist plötzlich Schluss.

Mit etwas Glück entdecken Eingeweihte einen Wiesenweg vorbei an einer Motocrosspiste. Wenn alles gut gegangen ist, wartet nach 800 Metern Umweg hier der neue asphaltierte Radweg von Rosowek durch Kolbaskowo nach Stettin.

 

Einfach anmelden - und neue Radwege nach Stettin entdecken!

 

Hintergrund