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Bike & Surf Scharmützelsee

Berlin, 19. August 2015 [zuletzt geändert am 21.08.15 um 17:00 Uhr]

Vom neuen Aussichtsturm auf den Rauener Bergen reicht der Blick über endlose Wälder zum Märkischen Meer und bis zum Berliner Fernsehturm. Und ganz beschaulich führen die Fahrradstraßen des Oder-Spree-Radweges ins mittelalterliche Beeskow. Doch diesmal dürfen auch Rad fahrende Genießer unterwegs am Surferstrand Pause machen. Benno Koch verrät am Samstag, 22. August 2015 die schönsten Entdeckungen im Fahrradsommer.

Die 153 Meter hohen Rauener Berge sind um eine Attraktion reicher. Seit September 2011 überragt ein fast 40 Meter hoher Aussichtsturm die dichten Wälder. Zusammen mit den nur wenige Meter entfernt liegenden Markgrafensteinen, wird der kurze Anstieg auf einer für Kfz gesperrten Asphaltstraße nun reichlich belohnt. Auch wenn Fontane anderer Meinung war.

Tatsächlich gilt der einst kleinere der beiden Markgrafensteine heute als der größte Findling Deutschlands. Der ursprünglich größere Markgrafenstein aus rotem Granit wurde ab 1827 in drei Teile gespalten und zu einer Granitschale mit einem Durchmesser von fast 22 Metern verarbeitet. Die im November 1834 offiziell übergebene "Suppenschüssel" ist noch heute im Berliner Lustgarten zu bewundern. Sie wurde mit 33.386 Talern übrigens fast drei Mal so teuer wie ursprünglich veranschlagt.

Diese 45 Kilometer kurze Radtour beginnt in Fürstenwalde an der Spree. Auf halben Wege zum Märkischen Meer nach Bad Saarow werden die Rauener Berge überquert - ganz enstpannt, es darf auch geschoben werden. Hinunter geht es auf einem inzwischen gut ausgebauten Waldweg zum zweitgrößten See Brandenburgs.

Theodor Fontane war zwar von den Markgrafensteinen als eines der sieben märkischen Weltwunder schwer enttäuscht, den Scharmützelsee bezeichnete er dagegen als Meer. Wenn auch nur ein märkisches.

Natürlich geht es durch den noch immer ein wenig mondän wirkenden Hauptort am Scharmützelsee hindurch. Bad Saarow entwickelte sich in den Goldenen Zwanzigern zu einer Sommerfrische für zahlreiche Prominente wie Max Schmeling oder Maxim Gorki. Ein kleines Sanssouci gibt es auch.

Und abseits der Touristenströme taucht dann irgendwann eine Surferwiese auf. Ganz unspektakulär. Meist kann man die Boote auf dem Scharmützelsee an einer Hand abzählen. Die Windsurfer sowieso. Hier besteht die Möglichkeit einfach mal seinen Gleichgewichtssinn zu testen: Stand up Paddeln heißt ein neuer Trend. Also Surfen ohne Segel und ohne Wellen. Nur mit einem Paddel. Wem dies zu langweilig ist, der holt sich einfach ein richtiges Windsurfbrett mit Segel. Natürlich ist alles ganz freiwillig: Ein schöner Badestrand ist gleich nebenan.

Dann wird es auf dem Oder-Spree-Radweg schnell ländlicher. Abseits der Landstraßen führen schöne Fahrradstraßen über die Dörfer nach Beeskow, eine von 31 in der AG Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg zusammengeschlossenen märkischen Kleinstädten.

Malerisch, friedlich und altertümlich wirkt Beeskow noch immer. Die AG mit dem langen Namen bezeichnet die Stadt gar als klassische Kolonialstadt in Ostdeutschland. Genaugenommen ist Beeskow nach zwei Stadtbränden, einer Pestepidemie und dem Dreißigjährigen Krieg zur Hälfte entvölkert und zerstört. Quadratisch und rechtwinklig wird die Stadt im 18. Jahrhundert unter dem Preußenkönig Friedrich II. planmäßig neu gebaut. Doch mit der riesigen Stadtkirche St. Marien, der Burg und der Stadtmauer mit sechs erhaltenen Türmen wirkt Beeskow noch immer mittelalterlich schön.

Natürlich wartet unterwegs ein Café und zum Abschluss ein gutes Restaurant - auf einer entspannten Sommerradtour für Genießer.

 

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