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Quartschen 1433: Die Rückkehr der Tempelritter

Berlin, 26. August 2015 [zuletzt geändert am 28.08.15 um 21:15 Uhr]

Wir schreiben das Jahr 1232. Die Arme Ritterschaft Christi und des Salomonischen Tempels zu Jerusalem lässt sich östlich der Oder in Quartschen (Chwarszczany) nieder. Von der Komturei aus werden die umliegenden Güter bewirtschaftet. Jetzt sollen die Ländereien rund um die Templerkirche erneut von den Ritterorden der Templer und Johanniter belagert werden. Für einen Tag wird die Schlacht von 1433 wieder lebendig. Auf einer Radtour für Genießer verrät Benno Koch am Samstag, 29. August 2015 die spannendsten Abenteuer in Westpolen.

Die Szenerie ist einzigartig: Ein Acker, ein paar Zelte und eine Templerkirche. In dem 222 Seelendorf Chwarszczany (Quartschen) wird für einen Tag eine längst vergangene Zeit wieder lebendig. Pferde, Rüstungen und Kostüme machen das Mittelalterbild perfekt. Mit einer dramatischen Aufführung von Handwerkskünsten, Ritterkämpfen, Feuer und Donnergrollen in einer ursprünglich und authentisch anmutenden Umgebung. Und irgendwie ganz exklusiv.

Diese 75 Kilometer kurze Radtour für Genießer führt von Bad Freienwalde schnell über die Oder nach Zehden (Cedynia). Das einstige Ziesterzienserinnenkloster aus dem Jahre 1266 ist hier ein liebevoll restauriertes Anwesen mit Hotel und Restaurant.

Auf ruhigen Landstraßen geht es dann nach Moryń (Mohrin). Die Ackerbürgerstadt mit der fast vollständigen mittelalterlichen Stadtmauer entwickelt sich wieder zu einer echten touristischen Perle. Das Strandbad ist traumhaft schön neu gebaut. Der Mohriner See ist mit fast 60 Meter der tiefste der Pommerschen Seenplatte und einer der saubersten. Natürlich gibt es mit dem auf seinem Grund angeketteten Großen Krebs auch ein passendes Seeungeheuer. Unweit des Sees hat vor einem Jahr mit dem Złota Rybka Moryń (Goldfisch) ein neues Fischrestaurant eröffnet, in dem es auch Maränen aus dem See gibt. Ein Zeichen für die außerordentliche Wasserqualität.

Ein paar Kilometer weiter in Bärwalde (Mieszkowice) herrscht wochentags geschäftiges Treiben. Die gut 3.500 Einwohner zählende Ackerbürgerstadt hat den Zweiten Weltkrieg praktisch unzerstört überstanden. So etwas wie Tourismus scheint sich hier jedoch nur ganz zaghaft zu entwickeln. Vor den Stadttoren ist ein schmucker Ziegelbau neu entstanden, der an eine Scheune erinnert. Und so heißt das urige Restaurant auch passend Stodoła.

Nun werden die Straßen immer schmaler und ruhiger. Es geht über die Dörfer nach Quartschen (Chwarszczany). Ein neuer Windpark mit zwei Dutzend Windkraftanlagen beeindruckt unterwegs. Die Energiewende und das Ende neuer Braunkohletagebaue ist auch östlich der Oder zum Greifen nah.

Im Tal des kleinen Flüsschens Mietzel (Mysla) taucht dann die alte Templerkirche auf. Und für einen Tag werden hier die Tempelritter wieder lebendig: Kostüme, Pferde, Kampfturniere, Bogenschießen, Schmiedekunst und Schwertkämpfe machen die Illusion perfekt: Quartschen 1433. Wenn alles klappt, wird jetzt eine Stunde lang die Schlacht toben. Rund 200 Darsteller sollen das mittelalterliche Dorf bespielen. Es sei das größte Kulturereignis im späten Mittelalter in Westpommern gewesen.

Natürlich gibt es hier auch die gute Mittelalterküche und gleich nebenan wartet der passende Gasthof. Bis zum Bahnhof in Kostrzyn (Küstrin) und zurück ins 21. Jahrhundert ist es dann nicht mehr weit.

 

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