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Spree-Radweg: Zwischen Äpfeln und Pilzen

Berlin, 23. September 2015 [zuletzt geändert am 25.09.15 um 17:00 Uhr]

Zwischen Fürstenwalde (Spree) und Beeskow sind die Fahrradstraßen fast perfekt. Und die ruhigen Wälder links und rechts sind jetzt nach dem Regen wieder ein guter Ort für den einen oder anderen Steinpilz. Mit einem kleinen Abstecher auf dem Oderbruchbahn-Radweg sollen auch noch exotische Apfelspezialitäten dazukommen. Am Sonntag, 27. September 2015 verrät Benno Koch entspanntesten Ausflüge für Rad fahrende Genießer durch den goldenen Fahrradherbst.

Frisch gepressten Apfelsaft aus alten Sorten, Apfelbratwurst und natürlich selbstgebackenen Apfelkuchen versprechen die Veranstalter des Apfelfests im Garten Steinhöfel. Von Fürstenwalde (Spree) sind es auf dem Oderbruchbahn-Radweg rund zehn Kilometer ins beschauliche Dorf mit seinem spätklassizistisches Schloss aus dem Jahre 1730.

Diese insgesamt rund 50 Kilometer kurze Radtour verbindet alles, was den Herbst so einzigartig macht. Kulinarisch und natürlich landschaftlich im Indian Summer. Während beim Apfelfest die Ernte schon erledigt ist, kann sie in den Pilzwäldern entlang der Spree noch folgen.

Zehn Kilometer südlich von Steinhöfel folgt schon der heimliche Höhepunkt des Spree-Radweges. Kurz hinter Berkenbrück beginnt ein neu ausgebauter Abschnitt zur Kersdorfer Schleuse. Der Ende 2012 fertiggestellte drei Meter breite Asphaltstreifen erinnert an beste Zeiten des Fläming Skates und führt durch dichte Wälder.

So dicht, dass hier im Forsthaus an der Flut seit 1969 die Staatssicherheit der DDR residierte und nach 1980 heimlich einen "Terroristenstützpunkt für RAF-Aussteiger" betrieb. Mitglieder der westdeutschen Rote Armee Fraktion wie Henning Beer und Christian Klar sollen hier von Stasi-Offizieren an Panzerfäusten trainiert worden sein. Eine neue Biografie als DDR-Bürger gab's bei den Schulungen damals noch dazu.

Heute scheint hier alles ganz friedlich. Jetzt soll es neben der Ruhe vor allem viele Pilze geben. Die Konkurrenz hält sich in Grenzen, die schönsten Stellen sind nur mit dem Fahrrad zu erreichen.

Dann wird die Natur immer spektakulärer: Zwischen der naturbelassenen Spree und dem Oder-Spree-Kanal schlängelt sich der Radweg auf dem Deich in Richtung Neubrück (Spree). Von Raßmannsdorf geht es dann auf bestens ausgebauten Fahrradstraßen nach Beeskow. Die märkische Kleinstadt soll heute das klassische Beispiel einer Kolonialstadt in Ostdeutschland sein.

Malerisch, friedlich und altertümlich wirkt Beeskow noch immer. Genaugenommen ist Beeskow nach zwei Stadtbränden, einer Pestepidemie und dem Dreißigjährigen Krieg zur Hälfte entvölkert und zerstört. Quadratisch und rechtwinklig wird die Stadt im 18. Jahrhundert unter dem Preußenkönig Friedrich II. planmäßig neu gebaut. Doch mit der riesigen Stadtkirche St. Marien, der Burg und der Stadtmauer mit sechs erhaltenen Türmen wirkt Beeskow noch immer mittelalterlich schön.

Natürlich wartet unterwegs ein Café und zum Abschluss ein gutes Restaurant - auf einer entspannten Sommerradtour für Genießer.

 

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