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Zuckerbahn-Radweg: Zeitz-Camburg

Berlin, 8. Oktober 2015 [zuletzt geändert am 9.10.15 um 16:00 Uhr]

Am 1. Mai 1897 wurde die 37 Kilometer lange Bahnstrecke zwischen Zeitz und Camburg eröffnet. Gut 100 Jahre wurden auf den Gleisen Braunkohle in die Brikettfabriken und Rüben in die Zuckerfabriken transportiert. Der letzte Personenzug fuhr am 30. Mai 1999. Im Jahr darauf wurde die Strecke stillgelegt. Ein bestens asphaltierter Radweg auf dem alten Bahndamm steht jetzt kurz vor der Fertigstellung. Am Samstag, 10. Oktober 2015 verrät Benno Koch die schönsten Strecken durch den Fahrradherbst.

Zeitz nennt sich Dom- und Residenzstadt. Das riesige Barockschloss Moritzburg trohnt hoch über dem Elstertal. Der Dom St. Peter und Paul war bereits vor mehr als 1.000 Jahren Bischofsitz. Unten an der Weißen Elster sucht der riesige Bahnhof Zeitz gerade neue Nutzer. Die Hälfte der acht Bahnsteige ist heute vernagelt. Gerade einmal 1.000 Fahrgäste pro Tag verirren sich noch hierher. Auf dem Weg in die Oberstadt ist Zeitz eine Mischung aus beeindruckenden Industrieruinen der Gründerzeit und prächtigen Wohn- und Geschäftshäusern. An deren Ende der Altmarkt gerade frisch saniert worden ist. Und direkt darunter beginnt das Unterirdische Zeitz.

Der neue Radweg auf dem alten Bahndamm ist fast fertig. Ende September 2015 wurde ein Abschnitt nördlich von Camburg fertiggestellt. Hier ist bereits das Bundesland Thüringen erreicht. Jetzt fehlen nur noch zwei Kilometer.

Diese rund 50 Kilometer kurze Radtour führt von Zeitz nach Naumburg, nutzt den bereits fertiggestellten Radweg auf der alten Zuckerbahn bis zum beeindruckenden Viadukt über die Wethau und biegt dann auf einen Abschnitt der Radacht ab, der wenig später Naumburg an der Saale erreicht.

Und wie war das eigentlich mit dem Unterirdischen Zeitz? Der Legende nach sollen im 15. und 16. Jahrhundert zahlreiche Keller zur Bierlagerung ins Gestein getrieben worden sein. Zusammen bilden sie in bis zu zwölf Metern Tiefe ein 4,5 Kilometer langes Labyrinth, von dem 700 Meter öffentlich zugänglich sind.

Am Ende dieser Radtour stellt Naumburg das fast gleichgroße Zeitz natürlich locker in den Schatten. Aber das ist ja kein Geheimtipp mehr. Irgendwann im 11. Jahrhundert zog der Bischof von der Weißen Elster hierher an die Saale. Mit dem Dom St. Peter und Paul will Naumburg nun mit aller Macht auf die UNESCO-Weltkulturerbeliste.

Die Stadt kann sich aber auch mit Friedrich Nietzsche schmücken, der hier seine Jugend verbrachte und ab 1854 das Naumburger Domgymnasium besuchte. Natürlich besteht auf dieser Radtour ausreichend Zeit für Philosophie. Zum Beispiel in einer netten Küche eines Cafés und Restaurants unterwegs. Aber nur für Rad fahrende Genießer.

 

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