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Abenteuer im Warthedelta

Berlin, 25. Februar 2016 [zuletzt geändert 26.02.16 um 20:40 Uhr]

Jetzt ist die richtige Zeit für Abenteuer im Warthedelta. Alleine 3.000 Singschwäne sollen hier überwintern. Unglaubliche 60 Seeadler bevölkern im Winterhalbjahr den Nationalpark. Und Ende Februar sollen die Silberreiher in ihre Brutkolonien zurückkehren. Für manche sind es einfach nur die weißen Flamingos des Nordens. Das alles ist natürlich geheim. Aber am Samstag, 27. Februar 2016 verrät Benno Koch ausnahmsweise die unglaublichsten Entdeckungen auf dem Weg vom Odertal ins Warthedelta.

Der polnische Oder-Radweg ist praktisch unbekannt. Das verbindet ihn hier in der westpolnischen Woiwodschaft Lebus mit dem Schicksal eines theoretischen Warthe-Radweges und einem kaum weniger erkennbaren Europaradweg R1. Fahrradtourismus steht in Westpolen ganz am Anfang. Zusammen mit einer grandiosen Natur und einer unkomplizierten Gastfreundschaft macht gerade das die Region zu einer exklusiven einsamen Sehnsuchtslandschaft.

Diese rund 55 Kilometer kurze Radtour für Genießer soll ein kleines Abenteuer mit der einen oder andere kulinarischen Überraschung verbinden. Den Anfang kann eine neue Confiserie mit dem vielleicht besten Espresso in Slubice am östlichen Oderufer machen.

Dann geht es schnell hinaus auf den Oderdeich, der offiziell bis nach Kostrzyn als Radweg ausgeschildert ist. Natürlich ist hier nichts vom durchgängig ausgebauten Standard eines Radfernweges zu finden. Obwohl vor rund zehn Jahren bereits schon einmal Fördergelder für einen Radweg geflossen sind. Aber es ist nur ein ganz kleines Abenteuer. Mit grandiosen Ausblicken über die inzwischen wieder mit Wasser gefüllte Oder zum Beispiel auf die Silhouette der 3.000 Einwohner zählenden Kleinstadt Lebus.

Von der Lage her ist das heute in Brandenburg gelegene Lebus einer der schönsten Orte am Westufer der Oder. Und einer der ältesten Siedlungsorte, der zweieinhalb Jahrhunderte im Besitz der polnischen Piastenkönige und bis Mitte des 13. Jahrhunderts zeitweise Teil von Großpolen war. Heute sind hier alle Verbindungen gekappt, die einstige Fähre ist seit mehr als 70 Jahren außer Betrieb.

Und so geht es einsam durch die Weiten am Ostufer des Odertals, wo sich einst millitärische Wachtürme heute in spektakuläre Aussichtspunkte verwandelt haben. Vom Odertal führt die inoffizielle Radroute dann über die Dörfer hinüber ins Wartedelta. Die einsamen Landstraßen werden jetzt zu einzigartigen Panoramastraßen. Unterwegs könnte hier in einem der beschaulichen Dörfer ein Imker auf uns warten. Wie eine interne Verkostung ergab, übrigens mit dem besten Honig dieser Radtourenserie. Aber das muss natürlich unter uns bleiben.

Dann ist einer der offiziellen Aussichtstürme im Nationalpark Warthemündung erreicht. Mit etwas Glück sind hier ein paar der vielen Vogelkolonien zu entdecken. Aber mal ganz unter uns: Auf dem Fahrrad kann man seine Umwelt bereits entlang der Wege unterwegs eigentlich viel spektakulärer wahrnehmen. Und dann wartet auch schon mal die eine oder andere unentdeckte Silberreiherkolonie. Extra für diese Radtour soll dieses kleine Wunder noch einmal wahr werden. Andere Wunder müssen hingegen noch ein wenig warten.

 

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