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Die Feen fliegen nach Hogwarts

Berlin, 18. März 2016 [zuletzt geändert 18.03.16 um 21:15 Uhr]

Einmal im Jahr verwandeln sich die Hallen der Märchenburg Tzschocha (Czocha) in eine Zauberschule. Und die Region ringsrum in der Woiwodschaft Niederschlesien hat alles, was zu einem richtigen Abenteuer für Rad fahrende Genießer gehört. Das ist natürlich geheim. Aber am Samstag, 19. März 2016 verrät Benno Koch ausnahmsweise die unglaublichsten Entdeckungen auf dem Weg ins Hogwarts des Ostens.

Es ist Ende März. Deutsche Wehrmachtssoldaten posieren für die Kameras. Die Szenerie ist gespenstisch. Doch auch diesmal ist Czocha nur Kulisse. Und die Uniformierten sind Schauspieler. Der polnische Fernsehsender TVP dreht zusammen mit dem National Geographic Channel eine neue Folge einer beliebten Fernsehserie.

Diese rund 50 Kilometer kurze Radtour führt von Görlitz durch Westpolen nach Gryfów Śląski (Greiffenberg). Und natürlich fahren hier auch die Feen Fahrrad. Obwohl es in der Gegend nicht einen ausgebauten Radweg gibt. Doch abseits der größeren Landstraßen ist es meist ruhig.

Sanft hüglig und asphaltiert geht es durch einsame Dörfer und an verfallenen Gutshöfen vorbei. In Kleinstädten wie Lesna (Marklissa) sind die Bahnlinien längst stillgelegt. Doch hier wird die Landschaft spektakulärer. Die 45 Meter hohe Mauer der Marklissa-Talsperre aus den Jahren 1901 bis 1907 markiert hier einen Höhepunkt des Industriezeitalters.

Doch gleich am Ufer des aufgestauten Jezioro Lesniańskie erhebt sich ein paar hundert Meter weiter die mittelalterliche Burg Tzschocha. Die einstige Ritterburg aus der Zeit um 1250 hat sich den Charme längster vergangener Zeiten bewahrt. Auch wenn die Dächer gerade neu eingedeckt wurden und die Patina für ein paar Jahre verschwunden ist.

Burg Tzschocha war zunächst im Besitz des böhmischen Königs Wenzel II., nach dem Prager Frühling gehörte sie zum Kurfürstentum Sachsen und nach dem Wiener Kongress war sie Teil Preußens. Heute ziehen hier manchmal die Zauberlehrlinge durch die Katakomben und verwandeln das Märchenschloss in das Hogwarts des Ostens. Aber gucken darf natürlich heute jeder mal.

In Greiffenberg sind dann wieder die Triebwagen der Schlesischen Gebirgsbahn erreicht. Die Bahnstrecke war übrigens nach 1911 die erste elektrifizierte Fernbahnstrecke in Preußen. Heute verkehren hier wieder fünf Zugpaare pro Tag nach Zgorzelec, davon drei seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2015 auch wieder über den Neißeviadukt nach Görlitz.

 

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