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Oderauen und Adonisröschen

Berlin, 31. März 2016

Sehnsuchtsziel Adonisröschen. Auf der Suche nach vollkommener Schönheit erwachen jetzt ein paar Dörfer an der Oder zu ungeahntem Leben. Doch ein paar Meter davor und ein paar Meter dahinter ist es schon wieder ganz ruhig. Zum Beispiel auf dem Oderbruchbahn-Radweg. Das ist natürlich geheim. Aber am Samstag, 2. April 2016 verrät Benno Koch ausnahmsweise die blumigsten Entdeckungen im Fahrradfrühling.

Mallnow ist anders als andere Dörfer Brandenburgs. Hier stehen die Landfrauen mit frisch gebackenem Kuchen und selbstgemachter Marmelade direkt am Bordstein. Das Kapital der Region ist nichts. Die Kirche hat kein Dach und keinen Turm. Die alten LPG-Bauten sind eigentlich kein Ausflugsziel. Aber da war doch was?

An den Rändern der sanften Hügel hoch über dem Odertal wagen sich jetzt hier die leuchtend gelben Blütenkelche der Adonisröschen aus der Deckung. Und plötzlich erwacht auch das Dorf Mallnow für ein paar Wochen aus seiner Beschaulichkeit.

Diese rund 60 Kilometer kurze Radtour ist wie immer ein Angebot für Rad fahrende Genießer. Durch die Oderauen geht es ganz inoffiziell und geheim in Richtung Mallnow. Doch die schönsten Adonishänge gibt es natürlich nicht dort, wo es die größten Parkplätze gibt. Mit dem Fahrrad öffnet sich hier eine ungeahnte wunderbare Welt.

Dann geht es mit Rückenwind über die Dörfer zum Oderbruchbahn-Radweg. Vor gut 100 Jahren entstand in der Region eine insgesamt 120 Kilometer lange Kleinbahnstrecke, die in den 1960er Jahren bereits wieder stillgelegt wurde. Bis 2008 wurde hier in Anlehnung an den alten Bahndamm ein neuer Radweg gebaut. Heute liegt dieser längst wieder im Dornröschenschlaf und ist ein echter Geheimtipp.

Natürlich geht es an der Komturei Lietzen vorbei. Im 13. Jahrhundert haben hier die Tempelritter eine Kirche, ein Herrenhaus und einen Speicher errichtet. Das Anwesen hat nach dem Ende der DDR mit LPG und Schweinemastanlage längst seinen einstigen mittelalterlichen Charme zurückerlangt. Vermutlich schöner und friedlicher als jemals zuvor.

Ganz ähnlich sieht es ein paar Kilometer weiter in Alt Madlitz aus. Das versteckt gelegene Tal war zu DDR-Zeiten fest in der Hand der Staatssicherheit. Inzwischen hat sich das Gut Klostermühle zu einer exklusiven Wellness- und Gourmetoase gewandelt. Der Radweg führt natürlich mitten hindurch.

Und dann wären da noch die Kaiserstuben im alten Bahnhof Briesen Mark von 1842. Seit bald zwei Jahren ist hier mit einem historischen Restaurant wieder Leben in die alten Gemäuer zurückgekehrt. Direkt vor der Terrasse halten natürlich noch immer die Regionalzüge zurück nach Berlin.

 

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