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VeloBerlin 2016: Markt, Trends und Events

Berlin, 11. April 2016

Der deutsche Fahrradmarkt boomt und wächst weiter. Noch nie wurden mit 535.000 Stück so viele E-Bikes verkauft wie im vergangenen Jahr. Ein Zuwachs von 11,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bereits zum sechsten Mal wird am Wochenende die VeloBerlin ihre Tore für Endverbraucher öffnen. 300 Marken und Aussteller werden die neuesten Trends präsentieren. Benno Koch hat sich im Vorfeld schon mal die wichtigsten Fakten besorgt.

Die Fahrradszene sprüht nur so vor Ideen. Als vor einem Jahr die Amerikanerin Teal George aus Detroit mit ihren polnisch-griechischen Wurzeln, einem Bachelor für Nachhaltige Ernährung und einer frischen Showküche für hungrige Fahrradfahrer das Ei präsentierte, war dies der kulinarische Hingucker schlechthin. Das Ei, also l'oeuf, ist das formvollendete Meisterstück von Tischlermeister Malte Spieß. Natürlich ist die Gourmetküche auf Rädern auch diesmal wieder Gast auf der VeloBerlin.

4,35 Millionen Fahrräder und E-Bikes wurden im vergangenen Jahr in Deutschland verkauft. Ein Zuwachs von sechs Prozent. Der Gesamtbestand soll inzwischen bei 72 Millionen Fahrrädern liegen, darunter 2,5 Millionen E-Bikes. E-Mobility funktioniert beim Fahrrad offenbar gänzlich ohne öffentliche Fördergelder.

Ein neuer Trend auf der Messe sollen nun Mountainbikes mit Elektroantrieb sein. So wird der hessische Fahrradhersteller Riese & Müller mit zwei Expeditions-E-Bikes vertreten sein. Der neue Bosch 500 Wh-Akku soll für eine hohe Reichweite sorgen und die Räder reisefähig machen.

Und so soll es mit "Smart Cycling" auch erstmals eine Sonderschau auf der VeloBerlin geben: Gesundheits- und Geschwindigkeitsdaten werden mit der E-Bike-Steuerung vernetzt. Das Navigationssystem und die Diebstahl-Alarmanlage sind auch dabei. Und weil es möglich ist, werden Klingel, Beleuchtung, Bremslicht und Blinklicht jetzt auch für Radfahrer smart - also irgendwie intelligent.

Doch für 32.244 Berliner Fahrradfahrer endet die Fahrt im vergangenen Jahr ohne Fahrrad. Noch nie wurden in Berlin mehr Fahrräder gestohlen gemeldet - satte 72 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. Die Aufklärungsquote von 3,9 Prozent durch die Berliner Polizei ist zu vernachlässigen. Und so ist auf der VeloBerlin dem Thema "Sicher Parken" eine weitere Sonderschau gewidmet. Die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung will dort unter anderem eine neue Strategie zum Fahrradparken vorstellen.

Und obwohl Fahrräder schon die umweltfreundlichsten Verkehrsmittel sind, überbieten sich Tüftler mit stilvollen natürlichen Materialien wie Holz: Das Oberlausitzer Unternehmen Woodfender will mit Schutzblechen aus heimischer Eiche und Robinie begeistern.

Für Vaude aus dem baden-württembergischen Tettnang ist dagegen die Begeisterung schon längst in messbare Erfolge übergegangen. Das Unternehmen entdeckt mit seinen Outdoor-Produkten immer mehr die Rad fahrende Klientel und wurde Ende 2015 mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet. Fahrradkleidung besteht bei Vaude aus recycelten Fischernetzen und Werbebannern, Schadstoffe wie poly- und perfluorierter Chemikalien (PFC) wurden verbannt. Das Konzept heißt Green Shape und ist eine Art ökologisches Reinheitsgebot für Outdoorbekleidung.

Doch auf der VeloBerlin geht es vor allem ums Ausprobieren. Auf einem 10.000 Quadratmeter großen Parcours geht es nicht nur raus aus den Messehallen, sondern auch einmalig und spektakulär durch die Service-Katakomben unter Funkturm. So mal als kleinen Vorgeschmack für den Fahrradausflug nach Brandenburg. Das Reiseland Brandenburg präsentiert sich passend dazu in diesem Jahr als Partnerland der VeloBerlin.

 

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