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Sommerfrische Lausitzer Seenland

Berlin, 7. Juli 2016 [zuletzt geändert 8.07.16 Uhr um 22:00 Uhr]

Der Tagebau Schlabendorf-Süd war bis Anfang der 1990er Jahre der größte Braunkohletagebau im Norden der Lausitz. Inzwischen ist das Restloch als Schlabendorfer See vollständig geflutet. Die einstigen Mondlandschaften verwandeln sich in überraschende Naturparadiese. Und auch das ganz zarte Pflänzchen Tourismus versucht sich hier zu entwickeln. Am Samstag, 9. Juli 2016 verrät Benno Koch die schönsten Strecken von Uckro nach Vetschau.

Naturparadies Schlabendorfer See: 80 Kilometer südlich von Berlin hat sich ein riesiger Tagebau in Sielmann Naturlandschaften verwandelt. Allein hier sind fünf Dörfer im einstigen Braunkohlebergbau verschwunden. Wanninchen ist als letztes Dorf mit einem verbliebenen Haus heute ein Naturparkzentrum. Das namensgebende Schlabendorf am anderen Ufer ist inzwischen zum Hafendorf geworden - und kämpft noch immer mit den Altlasten der Kohlegrube. Auf einer Gesamtfläche von 40 mal 80 Kilometern sollen 35 Seen bis zum Jahre 2018 vollständig geflutet sein und dann die größte künstliche Seenplatte Europas bilden.

Diese 55 Kilometer kurze Radtour führt von Uckro in die alte Hauptstadt der Niederlausitz nach Luckau. Bereits auf halber Strecke ist der erste Gipfel des Genusses erreicht. Versteckt in einem winzigen Dorf wird das Unmögliche möglich gemacht: Hier wird nicht nur Schokolade in lustige Formen umgeschmolzen. Im Gegenteil: Bei Edelmond beginnt alles mit richtigen Kakaobohnen in richtigen Jutesäcken. Heraus kommt unverfälschte Schokolade wie sie sein soll.

Luckau ist auch so eine Perle. Richtig Tourismus gibt es hier eigentlich nicht. Alles ist ganz ruhig. Doch mit ein wenig Glück probt gerade der Organist der Sankt-Nikolai-Kirche. Dann erwacht die riesige Halle wieder zum Leben. Wie in einer Zeitreise fällt es dann nicht mehr schwer, sich die reichen Kaufleute in den prächtigen und wohl einzigartigen Logen vorzustellen.

Von der Kleinstadt Luckau geht es dann durch die Felder und Wiesen vorbei am einstigen Rittergut und Schloss Beesdau nach Wanninchen. Bis zum Horizont erstreckt sich hier der Schlabendorfer See. Direkt am Ufer führt der Radweg zur neuen Marina. Noch ist hier alles ganz unentdeckt.

Wie durch ein Wunder scheint am Rande des einstigen Tagebaus das Schloss Zinnitz überlebt zu haben. Aus einiger Entfernung wirkt das klassizistische Anwesen wie eine perfekt sanierte cremefarbene Perle in der Landschaft. Doch es ist eben nur Fassade. Vor mehr als zwanzig Jahren kaufte der Architekt Robert Viktor Scholz das vor 150 Jahren entstandene Gebäude. Innen wirkt es noch immer ein bisschen wie eine wilde Mischung aus POS, Rat der Gemeinde und LPG-Kantine. Die Liebe zu einem Schloss ist eine Lebensaufgabe.

Dann geht es über die Dörfer und an einem Bauernhof samt Hofladen wie aus dem Bilderbuch vorbei. Und manchmal darf man hier sogar zugucken, wie frischer Honig geschleudert wird.

 

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