Login  

Peitzer Fischzug, Tagebau und Neißeauen

Berlin, 27. Oktober 2016 [zuletzt geändert am 28.10.16 um 22:20 Uhr]

Wenn die Fischer im größten Teichgebiet Deutschlands mit der Karpfenernte beginnen, ist in Peitz die schönste Zeit des Jahres angebrochen. Und auch ein paar Kilometer weiter auf dem Oder-Neiße-Radweg ist jetzt die Ruhe zurückgekehrt. Dazwischen liegt mit dem Braunkohletagebau Jänschwalde und seinem 95 Meter tiefen Loch eine spektakuläre Mondlandschaft. Am Samstag, 29. Oktober 2016 verrät Benno Koch die schönsten Entdeckungen im goldenen Fahrradherbst.

In Peitz ist irgendwann die Geschichte stehen geblieben. Mitte des 16. Jahrhunderts wurde hier eines der damals bedeutendsten Eisenhüttenwerke errichtet. Genaugenommen sind die Peitzer Teiche die Restlöcher der seit 1554 hier betriebenen Raseneisenerzgewinnung. Hauptabnehmer war die Rüstungsindustrie mit Kanonenkugeln, Waffen und Gerät aus Schmiedeeisen. Bereits 1898 wurde die Produktion eingestellt, so dass das ehemalige Königliche Hüttenwerk Peitz heute eine beschauliche und einzigartige Kulisse bildet - und ganz friedlich von unbewaffneten Touristen lebt.

Geblieben ist die Tradition der Fischzucht in den Peitzer Teichen. Am letzten Wochenende im Oktober wird der Hälterteich abgelassen, um zehntausende Karpfen abzufischen. Das einzigartige Naturschauspiel wird begleitet von Dutzenden Silberreihern, Graureihern und einigen Seeadlern. Von letzteren gab es in Brandenburg 1980 nur noch 30 Brutpaare, heute sollen es 140 sein. Die Peitzer Teiche versprechen hier reichlich Nahrung. Doch auch für ganz gewöhnliche Fahrradtouristen gibt es am Ufer geräucherten Fisch und frisches Brot.

Diese knapp 50 Kilometer kurze Radtour wurde natürlich korrekt in den Wind gedreht. Das Spektakel des Fischzuges am Hälterteich steht ganz am Anfang spektakulärer Eindrücke.

Dann geht es halb um die riesige Grube des Braunkohletagebaus Jänschwalde herum. Neue Asphaltpisten führen durch die alten Wälder am Hornoer Berg. Von verschiedenen Aussichtspunkten darf man hier direkt in den Abgrund gucken.

Sechs Dörfer, unter ihnen Horno im Jahre 2004, sind bereits ganz oder teilweise im Tagebau verschwunden. Drei weitere stehen bis 2041 auf der Abrissliste. Wer einmal die Ausmaße eines Braunkohletagebaus wie Jänschwalde auf mehr als 60 Quadratkilometern vor Ort gesehen hat, wird die Eingriffe in die Natur durch Windkraftanlagen als ausgesprochen bescheiden empfinden.

Bestens asphaltiert und mit Rückenwind geht's dann auf dem Oder-Neiße-Radweg durch die Neißeauen in die deutsch-polnische Doppelstadt Guben-Gubin. Wo der 60 Meter hohe Turm der Stadtkirche eine würdige Kulisse im Sonnenuntergang bilden soll. Und manchmal darf man den Aussichtsturm sogar besteigen.

Und natürlich warten unterwegs einige kulinarische Entdeckungen - auf einer entspannten Radtour für Genießer!

 

Einfach anmelden - und den Peitzer Fischzug 2016 erleben!

 

Hintergrund