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500 Jahre Reformation: Auf Luthers Spuren

Berlin, 9. März 2017 [zuletzt geändert 10.03.17 um 23:30 Uhr]

Wittenberg: Es gibt Wege, die sind verdammt lang. Am 31. Oktober 1517 soll Martin Luther 95 Thesen an die Wittenberger Schlosskirchentür genagelt haben. Es folgten Ketzerprozesse, Glaubenskriege und schließlich die Trennung von Staat und Religion. Letzteres ist in Deutschland noch keine 100 Jahre her. In diesem Jahr werden 500 Jahre Reformation gefeiert und das Thema ist aktueller denn je. Am Samstag, 11. März 2017 verrät Benno Koch die spannendsten Entdeckungen auf Luthers Spuren.

Sogar der Bahnhof Lutherstadt Wittenberg und sein Umfeld wurden für 15 Millionen Euro vollkommen neu gebaut und im letzten Dezember eröffnet. Das alte Bahnhofsensemble wurde gerne als Vorhof zur Hölle bezeichnet. Heute gilt der Bahnhof als der klimafreundlichste Deutschlands. Auch die Altstadt Wittenbergs rund um das Schlosskirchenensemble wurde für das Reformationsjubiläum herausgeputzt. Viele Fassaden erstrahlen jetzt vermutlich schöner als in den 500 Jahren zuvor.

Diese rund 55 Kilometer kurze Radtour beginnt in Lutherstadt Wittenberg und führt nach Jüterbog. Nicht ganz entlang des offiziellen Radweges Berlin-Leipzig, sondern schöner.

Nach einer Stadtrundfahrt zur Thesentür der Schlosskirche und an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbei geht es schnell hinaus in die Elbauen.

Irgendwann zweigt das Flüsschen Zahna von der Elbe ab und führt zur Külsoer Mühle, wo ein schönes Café wartet. Ein neu asphaltierter Radweg führt dann ins Städtchen Zahna, das sich in den letzten Jahren mächtig herausgeputzt hat.

In Zahna ist auch wieder der offizielle Radweg Berlin-Leipzig erreicht, wo die Fahrradstraßen die Landesgrenze Sachsen-Anhalt nach Brandenburg überqueren.

Auf den Fahrradstraßen des Fläming Skate geht es durch beschauliche Dörfer nach Jüterbog. Die mittelalterliche Stadt hat nicht nur den Zweiten Weltkrieg, sondern auch die DDR architektonisch nahezu lückenlos überstanden und ist inzwischen einzigartig wie aus dem Bilderbuch restauriert. Und sie ist ein wichtiger Ort der Reformation vor 500 Jahren.

Der Dominikanermönch und Ablassprediger Johann Tetzel zog als Generalsubkommissar mit seiner Lade auch durch Jüterbog. Dieser Tetzelkasten war eine Schatztruhe, in der die Erlöse aus dem Ablasshandel abtransportiert wurden. Gläubige sollten sich so von ihren Sünden und den Qualen des Fegefeuers freikaufen.

Für Martin Luther soll dieser Ablasshandel Auslöser seiner 95 Thesen und der Reformation gewesen sein. Ein Tetzelkasten steht heute in der Jüterboger Nikolaikirche. Und der Radweg Berlin-Leipzig wird von hier nach Wittenberg inzwischen auch als Luther-Tetzel-Radweg vermarktet - neu gebaut wurde hier nichts.

Natürlich warten unterwegs ein nettes Café und am Ende ein gutes Restaurant - auf einer kleinen Entdeckungsreise mit einem Hauch Bildungsurlaub für Rad fahrende Genießer.

 

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