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Mit Rad und Fähre nach Dänemark

Berlin, 15. März 2017 [zuletzt geändert 17.03.17 um 14:45 Uhr]

Seit einem Monat ist die neue Hybridfähre Copenhagen im Regelbetrieb zwischen Rostock und Gedser unterwegs. Zusammen mit dem bereits im vergangenen Mai in Dienst gestellten Schwesterschiff Berlin ist die Reederei Scandlines ihrem Ziel jetzt ein Stück näher: Die Zero-Emission-Vision - also Fährschiffe mit 100 Prozent Batteriebetrieb. Am Samstag, 18. März 2017 verrät Benno Koch die spannendsten Entdeckungen mit Rad und Fähre nach Dänemark.

Die neue Scandlines Hybridfähre Berlin transportierte alleine im vergangenen August 764 Fahrräder über die Ostsee. Zwischen Rostock und Gedser ist die Fährverbindung Teil des Radweges Berlin-Kopenhagen.

Diese 30 bis 60 Kilometer kurze Radtour quer über die Ostsee und durch Dänemark ist ein einzigartiger Tagesausflug für Rad fahrende Genießer. Vom Rostocker Hauptbahnhof geht es durch die Altstadt und auf dem neuen Warnow-Radweg zum Seehafen.

Und dann wartet ein einzigartiges logistisches Schauspiel: Wenn die Hybridfähre scheinbar mühelos und zentimetergenau am neuen Terminal im Rostocker Seehafen angedockt hat, vergehen nur Minuten bis das Schiff wieder ablegt. Zum Vergleich: Wenn der ICE der Deutschen Bahn zum Beispiel neun Minuten im Berliner Hauptbahnhof hält, sieht sich das Unternehmen unter anderem "aus Zeitgründen" noch immer außer Stande eine Handvoll Fahrgäste mit Fahrrädern einsteigen zu lassen. So ist selbst im Redesign des ICE3 die Fahrradmitnahme nicht vorgesehen.

Ganz anders auf den neuen Scandlines Hybridfähren: Die bis zu 96 Lkw oder 480 Pkw auf den Parkdecks können zeitgleich über vier Spuren das Schiff verlassen oder anschließend in der Gegenrichtung einchecken. Hinzu kommen auf diesen Decks Dutzende Fahrradbügel für Fahrradtouristen. Und bis zu insgesamt 1.300 Personen auf den Passagierdecks. Wenn alles gut geht, dauert die Prozedur zwischen Anlegen und Ablegen der neuen Hybridfähren weniger als zehn Minuten.

Und dann öffnet sich für 105 Minuten die große weite Welt zwischen Rostock und Gedser. Die Liegestühle auf dem riesigen Sonnendeck machen das Urlaubsgefühl sofort perfekt. Und um nicht zu viel zu verraten: Auch das Buffet-Restaurant darunter ist ein wahr gewordener Traum für Genießer. 

Im Fährhafen Gedser dauert der Checkout nur wenige Minuten. Und schon die alten Fähranlagen sind die ersten Sehenswürdigkeiten: Im alten Bahnhof befindet sich seit 2011 das Fährterminal. 1903 wurde hier die erste internationale Eisenbahnfährverbindung eröffnet. Bereits seit Ende 1995 wurden auf den Fähren keine Eisenbahnzüge mehr transportiert. 2009 folgte die Stillegung der 23 Kilometer langen Hafenbahn zwischen Gedser und Nykøbing.

Heute ist die hier beginnende Insel Falster einer der größten Ferienparks Dänemarks. Der 20 Kilometer lange Strand von Marielyst gilt als der beste des Landes. Alleine hier stehen 6.000 Ferienhäuser.

Und trotzdem ist alles ganz ruhig und beschaulich. Sogar die Straßen durch die Ortsmitte von Marielyst sind mit einem Eichenholzbelag seit 2014 vollkommen neu gestaltet und autofrei. Auch hier auf der einstigen Straßenkreuzung erholt man sich heute in Liegestühlen oder genießt eines der vielen Restaurants.

Und dass die Radwege zum Beispiel auf der Route rund um Falster nahe an der Perfektion sind, versteht sich fast von selbst. Nur eine Kleinigkeit könnte Magarethe II von Dänemark, die seit 1972 regierende Königin des Landes, noch mal klären: Warum um alles in der Welt ist der menschenleere Deichweg auf vielleicht 20 Kilometer vor Marielyst gerade erst mit hunderten neuen Fahrradverbotsschildern ausgerechnet für das umweltfreundlichste Verkehrsmittel gesperrt worden? Aber auch das ist sicherlich nur ein Versehen einer untergeordneten Behörde.

Zusammen mit den bis zehn Mal pro Tag und Richtung zwischen Rostock und Gedser verkehrenden neuen Hybridfähren, kann Marielyst nun also fast so etwas wie der schönste Strand Berlins werden.

 

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