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Hamburg auf dem Fahrrad entdecken

Berlin, 27. März 2017 [zuletzt geändert am 31.03.17 um 13:00 Uhr]

Hamburg: Es ist die ganz große Freiheit. Bereits nach wenigen hundert Metern auf dem Fahrrad erschließt sich wie in jeder Metropole eine ganz andere Welt. Doch zwischen der alten Speicherstadt mit der neuen Elbphilharmonie, dem einstigen Fischerdorf Finkenwerder, den Obstbauern im Alten Land und den Villen in Blankenese ist die Mischung mit Rad und Fähre einzigartig. Am Samstag, 1. April 2017 verrät Benno Koch die spannendsten Entdeckungen am Elberadweg in Hamburg.

Seit drei Jahren verkehrt ein InterRegioExpress (IRE) zwischen Berlin und Hamburg. Eigentlich nichts besonderes. Aber anders als in den normalen InterCityExpress-Zügen (ICE) nimmt der IRE auch Fahrräder mit. Acht reservierungspflichtige Fahrradstellplätze maximal zwei Mal pro Tag und Richtung zwischen den beiden größten Städten Deutschlands sind bereits verdächtig wenig. Wer tatsächlich einen Fahrradstellplatz im IRE reservieren möchte, dürfte ohne Vorkenntnisse scheitern. Diese Radtour macht den Test und zeigt wie es geht.

Die Bahnfahrt Berlin-Hamburg dauert im InterRegioExpress genau drei Stunden - eine Stunde schneller als im RegionalExpress mit Umsteigen.

Und dann öffnen sich ganz schnell die unendlichen Weiten Hamburgs größter Sehenswürdigkeit: Die kilometerlangen Hafenanlagen entlang der Elbe. Einer der größten Touristenströme führt in diesen Tagen natürlich zur neuen Elbphilharmonie am Rande der alten Speicherstadt.

Hier ist alles beeindruckend: Die Architektur draußen, der Klang drinnen, die Aussicht von unten und von oben sowie das historische Kopfsteinpflaster. Da auf letzterem auch niemand gerne laufen möchte, rückt der Besucherstrom auf dem angedeuteten ebenen Radweg zwischen den angedeuteten einstigen Bahngleisen zusammen. Oder ist das alles nur eine optische Täuschung?

Mit dem Fahrrad ist der touristische Hotspot natürlich schnell auch wieder verlassen. Diese rund 50 Kilometer kurze Radtour folgt dann in entspannten 8,5 Stunden links- und rechtselbisch dem Elberadweg. Natürlich immer auf den schönsten Wegen leicht inoffiziell.

Auf einer Variante lassen sich mit den Hamburger Hafenfähren schon mal einige Kilometer abkürzen: Von den Landungsbrücken geht es auf acht Elbkilometern ans Westufer nach Finkenwerder. Hier verkehren die Fähren alle 15 Minuten, das Einzelticket Hamburg AB kostet 3,20 Euro, die Fahrradmitnahme ist kostenlos.

Von Finkenwerder geht es vorbei an den alten Häfen, beschaulichen Fischerkaten und den modernen Airbuswerken zu den Obstbauern im Alten Land, wo in Cranz die Elbfähre nach Blankenese erreicht ist. Diesmal werden drei Kilometer abgekürzt. Pro Person ist man am Wochenende mit 4 Euro und fürs Fahrrad mit 1,50 Euro dabei - unter der Woche gelten die HVV-Tagestickets und die Fahrradmitnahme ist kostenlos.

Dann folgt die grandiose Einfahrt am Ostufer der Elbe zurück nach Altona. Während es hier eher beschaulich zugeht, kann man am gegenüberliegenden Ufer den Containerriesen beim Einparken zugucken.

Und dann kommt eines der vielen Kuriosen in Hamburg. Wir erinnern uns: Der Elberadweg ist gerade wieder zum beliebtesten Radweg Deutschlands gewählt worden. Doch anders als zum Beispiel für Autofahrer auf perfekt ausgebauten deutschen Autobahnen muss dies für Radfahrer nicht bedeuten, dass man auf einem internationalen Radfernweg auch durchgängig Rad fahren darf. Während also Autofahrer selbstverständlich gerne Selfies mit ihrem schicken SUV direkt an der Elbe machen, werden Radfahrer in Blankenese oder Övelgönne als Unvernünftig belehrt und zum Schieben aufgefordert.

Na klar: In Wahrheit bleibt die Freiheit in einer Großstadt wie Hamburg auf dem Fahrrad immer größer als mit dem Auto. Auch wenn die Verkehrsplaner keine Lust aufs Fahrrad haben. Ohne Parkplatzsuche und im Zickzack geht es durch die Hafenanlagen, in die Altstadt und zurück zum Hamburger Hauptbahnhof, wo im Sonnenuntergang bereits der IRE zurück nach Berlin wartet. Und natürlich soll unterwegs das ein Café oder andere Restaurant getestet werden - auf einer Radtour für Genießer.

 

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