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Stille Pauline und Großtrappen

Berlin, 2. Mai 2017 [zuletzt geändert am 05.05.17 um 22:30 Uhr]

Die alte Bahnlinie Stille Pauline war jahrelang der neue Lieblings-Radweg der Genießer. Jetzt soll endlich die letzte Lücke vor Neuruppin geschlossen werden. Und etwas südlich am Havelland-Radweg sind die Großtrappen gerade mit der Balz beschäftigt. Am Samstag, 6. Mai 2017 verrät Benno Koch die schönsten Entdeckungen im Fahrradfrühling.

Genau am 12. September 1880 wurde auf der 29,83 Kilometer langen damaligen Bahnstrecke zwischen Paulinenaue und Neuruppin der Eisenbahnverkehr aufgenommen. Rund 90 Jahre später fuhren am 30. Mai 1970 die letzten Personenzüge, 1995 war auch für die letzten Güterzüge Schluss, 2007 wurde die Strecke verkauft - und die Idee für einen Radweg entstand.

Während die Personenzüge damals mit einer Höchstgeschwindigkeit von maximal 30 km/h durch's Luch dampften, sind Fahrradtouristen heute kaum langsamer. Aus der einstigen Bahnstrecke wurde ein im Frühjahr 2011 offiziell eröffneter 2,5 Meter breiter Asphaltstreifen: Der Radweg Stille Pauline. Auf rund 19 Kilometern geht es autofrei und jenseits jeglicher Landstraßen einsam durch eine faszinierende Luchlandschaft.

Diese Radtour beginnt diesmal in Neuruppin und führt rund 65 Kilometer auf dem neuen Abschnitt der Stillen Pauline nach Paulinenaue und weiter ins Großtrappenschutzgebiet Nennhausen.

Der erste Zeitzeuge in Neuruppin ist der einstige Paulinenauer Bahnhof. Im Jahre 1880 eröffnet musste dieser bereits 1930 wieder schließen, als die Bahnlinie zum Neuruppiner Hauptbahnhof verlängert wurde. Vorbei an den einstigen Bahnhöfen Fehrbellin, Karwesee und Lobeofsund führt der heutige Radweg Stille Pauline zur beeindruckenden Bahnhofsruine Paulinenaue.

Der Bahnhof Fehrbellin ist der schönste in der Reihe und wurde aufwändig saniert. Kerstin Zietz hatte sich bereits 2006 in den Bahnhof verliebt. Noch vor der Idee für einen Radweg. Inzwischen ist im alten Bahnhof ein Restaurant und eine Pension entstanden. Ein alter Schlafwagenwaggon hinter dem Anwesen wartet noch auf seine Restaurierung.

Eine einstige Verladestation und Post ist am nächsten Haltepunkt Lobeofsund aus dem Jahr 1927 erreicht. Der Dorfname Lobeofsund soll auf einen schwedischen Fahnenflüchtigen im Dreißigjährigen Krieg zurückgehen: "Lob auf den Sand" soll sein Ausruf gewesen sein, als er diese trockene Stelle im damaligen Moor des Rhinluchs erreichte - woraus dann in Preußen kurz Lobeofsund wurde.

Erstmals soll diese Radtour nun am Endpunkt der Stillen Pauline auf den Havelland-Radweg abbiegen. Kurz vor Nennhausen warten dann im Havelländischen Luch die extrem seltenen Großtrappen. Mit einem Gewicht von bis zu 16 Kilogramm zählen die Großtrappenhähne zu den schwersten flugfähigen Vögeln der Welt.

In den Schutzgebieten Brandenburgs soll es inzwischen wieder mehr als 230 Großtrappen geben. Die Chance die Trappen im Abendlicht bei der Balz zu beobachten ist jetzt besonders hoch.

 

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