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Hanse, Bismarck und Wasserstraßenkreuz

Berlin, 4. Mai 2017 [zuletzt geändert am 05.05.17 um 22:30 Uhr]

Der Elberadweg ist der beliebteste Radfernweg Deutschlands. Mit insgesamt sieben einstigen Hansestädten in der Altmark ist der Abschnitt durch Sachsen-Anhalt geschichtlich einer der interessantesten. Und dann warten auf dem Weg nach Magdeburg noch der frisch restaurierte Stammsitz derer von Bismarck und ein gigantisches Wasserstraßenkreuz. Am Sonntag, 7. Mai 2017 verrät Benno Koch die spannendsten Entdeckungen im Fahrradfrühling.

Die sanierte Altstadt des 1.000jährigen Tangermünde ist ein Traumziel für Fahrradtouristen. Das Hotelportal hotel.de hatte dies irgendwann auch bemerkt und die Stadt auf Platz zwei der liebenswertesten Städte Deutschlands gewählt. Und in diesen Tagen hat das Reisemagazin Geo Saison nachgelegt und Tangermünde unter die zehn schönsten Kleinstädte gewählt. So mal ganz unter uns: Am schönsten ist es hier immer, wenn die Massen nicht gerade zum Weihnachtsmarkt und anderen Veranstaltungen strömen. Also genau jetzt.

Diese Radtour beginnt in Hämerten und führt auf knapp 60 Kilometern durch Tangermünde, Tangerhütte und über das Wasserstraßenkreuz nach Magdeburg.

Mit Rückenwind geht es vom bizarren Haltepunkt Hämerten auf dem Elberadweg in die Hansestadt Tangermünde. Den schönsten Ausblick über die Altstadt und das Elbtal hat man hier vom Kapitelturm über dem Burgberg.

Auf dem Weg nach Tangerhütte wird der Elberadweg immer schöner, bevor in Briest der äußerlich wiederhergestellte Stammsitz derer von Bismarck aus dem Jahre 1345 erreicht ist.

Mit der S-Bahn können nun vom Bahnhof Tangerhütte in wenigen Minuten fast 30 Kilometer auf dem Weg zum Wasserstraßenkreuz abgekürzt werden.

Schnell ist der asphaltierte Radweg am Mittellandkanal erreicht, der neben der 918 Meter langen Trogbrücke für Güterschiffe über die Elbe führt. Die Szenerie an Europas größten Wasserstraßenkreuz ist beeindruckend. Und mit 500 Millionen Euro exorbitant teuer.

Dass hier nicht eine der behaupteten Verkehrsprognosen auch nur annähernd erreicht wurde, versteht sich von selbst: 1992 prognostizierte das Bundesverkehrsministerium für das Jahr 2010 rund 20 Millionen Tonnen Fracht. Tatsächlich wurden hier auf dem kreuzenden Mittellandkanal an der Schleuse Hohenwarthe im Jahre 2015 pro Tag 21 Güterschiffe mit einer Gesamtfracht von 3,99 Millionen Tonnen pro Jahr registriert.

Durch die weiten Elbauen geht es nun in die alte Hansestadt Magdeburg hinein. Der alte Handelhafen ist dabei eine Art Zeitreise: Die 1888 errichteten Speichergebäude erinnern an die Hamburger Speicherstadt. Es gibt eine Hubbrücke, Schwerlastkräne, Eisenbahnlinien und historische Schiffe. Alles zusammen ist eine Mischung aus Ruinen und Geheimtipp.

Auf dem Elberadweg geht es dann vorbei an Otto-von-Guerickes-Zugversuch und dem Hundertwasserhaus ins restaurierte Gründerzeitviertel rund um den Hasselbergplatz.

 

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