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Das Geheimnis der drei Brücken

Berlin, 7. Juni 2017 [zuletzt geändert am 10.06.17 um 9:00 Uhr]

Sie stehen mitten im Wald. Eigentlich können sich die drei Brücken mit den neuen Fahrradbrücken sagen wir mal in Kopenhagen messen. Doch nicht nur die Öffentlichkeitsarbeit zum Fahrradverkehr ist in Berlin ein Desaster. Am Sonntag, 11. Juni 2017 verrät Benno Koch die spannendsten Radtouren zur Berliner Fahrradsternfahrt, an den drei geheimnisvollen Brücken vorbei und weiter nach Königs Wusterhausen.

"Das Bezirksamt Treptow-Köpenick ist derzeit leider weder personell noch finanziell in der Lage, diese Wegeverbindungen auszubauen", schreibt der zuständige Bezirksstadtrat von Treptow-Köpenick Rainer Hölmer auf eine Anfrage zu den drei geheimnisvollen Brücken im Grünauer Forst. "Bei den Berliner Forsten bestehen gegen Ausweisung und Herstellung von Radrouten im Wald aufgrund der gegenüber Waldwegen erhöhten Verkehrssicherungs- und Unterhaltungspflicht erhebliche Bedenken. Einen Ausbau dieser Wege kann ich Ihnen daher derzeit nicht in Aussicht stellen."

Die letzte der drei Fahrradbrücken im Grünauer Forst wurde im November 2014 offiziell fertiggestellt. Sie überqueren das Gleisdreieck zum geplanten Flughafen BER. Hier verläuft die Hauptroute des Berliner Fahrradroutennetzes RR10 Berlin-Eichwalde. Was war eigentlich nochmal das Berliner Fahrradroutennetz? Schlicht das 1993 vom Berliner Senat beschlossene erste Fahrradkonzept für die Stadt. Seitdem ist fast ein Vierteljahrhundert vergangen.

Im Fall des Grünauer Drei-Brücken-Dreiecks geht es nun lediglich um zwei vielleicht 30 und 100 Meter kurze Ausbaulücken zwischen den Brücken und zwei etwas längere Abschnitte auf dem Alten Radelander Weg nach Grünau und auf dem Grünauer Weg nach Eichwalde. Eine entsprechende Anfrage dazu an die Berliner Forsten ist seit einem Jahr unbeantwortet.

Diese rund 50 Kilometer kurze Radtour vom Treptower Park nach Königs Wusterhausen zeigt, wie großartig Berlin auch für Fahrradfahrer sein könnte. Und an diesem Sonntag ist es einfach: Es ist Fahrradsternfahrt!

Grün und abschnittsweise gut ausgebaut geht es auf dem Europaradweg R1 immer an der Spree entlang zum Britzer Verbindungskanal, der später in den Teltowkanal mündet.

Theoretisch geht es auch hier autofrei immer am Wasser entlang zum Britzer Hafen und weiter durch Neukölln nach Tempelhof und Steglitz. Praktisch interessiert sich hier niemand für die paar Radfahrer. Der Trampelpfad bleibt ein Geheimtipp jenseits der Sonntagsreden. Ein Ausbau ist nicht in Sicht.

Wie es gehen kann, zeigt dann der Britzer Tunnel: Es ist Sternfahrt und heute müssen Autofahrer mal zwei Stunden draußenbleiben. Gut vier Kilometer geht es bestens asphaltiert und 50 Mal so breit wie ein normaler Radweg auf der Autobahn A100 entlang. Kreuzungsfrei und zusammen mit tausenden anderen Radfahrern.

Am Tempelhofer Damm ist für diese Radtour die Sternfahrt bereits wieder zu Ende und es geht über die Start- und Landebahnen des Flughafen Tempelhof zurück zum Teltowkanal. Der Abschnitt in den Parkanlagen über dem Britzer Tunnel und später auf dem Berliner Mauerweg zählt zu den grünsten Radwegen Berlins.

In Grünau soll eine der besten Eisdielen Berlins warten, bevor im dichten Wald die geheimnisvollen Brücken auftauchen. So mal unter uns: Auch die berühmte Cycelslangen in Kopenhagen ist in Wahrheit nicht spektakulärer. Naja, aber etwas zentrumsnäher.

In Anlehnung an den Radweg Berlin-Dresden, einem weiteren sehr theoretischen Radfernweg, geht es dann überraschend grün und ruhig hinüber nach Brandenburg, wo in Königs Wusterhausen ein gutes Restaurant warten soll.

 

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