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Wuhleweg jetzt auch
mit Freigabeschildern

Marzahn-Hellersdorf: Erste Freigabeschilder am Wuhleweg aufgestellt

Berlin, 18. Dezember 2008

Unendliche Geschichte um offizielle Freigabe von Berlins längstem Grünzug für Fahrradfahrer fast beendet ...

Offiziell heißt der Wuhleweg im Behördendeutsch Wuhletal-Wanderweg - nicht weniger kompliziert und sperrig zog sich dessen Bau und später die offizielle Freigabe für Radfahrer hin.

Ende 2008 wurden nun im Abschnitt des Bezirkes Hellersdorf-Marzahn die ersten Freigabeschilder für Radfahrer aufgestellt - auf dem Abschnitt durch Treptow-Köpenick fehlen sie noch immer.

Berliner Grünanlagengesetz verlangt die Ausweisung von Wegen zum Radfahren in angemessenen Umfang

Denn was viele gar nicht wissen: Das Berliner Grünanlagengesetz verbietet das Radfahren automatisch überall dort, wo es nicht ausdrücklich erlaubt ist. Gleichzeitig verlangt es von den für die Freigabe zuständigen Bezirken aber auch: "Die Bezirke sind verpflichtet ... Flächen für entsprechende Nutzungen im angemessenen Umfang auszuweisen."

Der 17 Kilometer lange Wuhleweg wurde schon 1993 als Radweg geplant - und erst jetzt offiziell freigegeben

Bereits im April 1993 ist in der Planungskarte des Bezirkes Hellersdorf der Wuhleweg als "geplanter Radweg-Neubau" zu finden. In der von der Bezirksverordnetenversammlung 1998 beschlossenen Gesamtverkehrskonzeption ist der Wuhleweg als Fahrradnebenroute eingetragen: "Als durchgehende Nord-Süd-Verbindung wurde der Wuhlewanderweg in die Routenplanung aufgenommen. Für den übergeordneten Wanderweg, der zu jeder Zeit für Fußgänger und Radfahrer benutzbar sein soll, sind alle Wegstücke zu befestigen und mit Wegweisern auszurüsten", heißt es unmissverständlich in der Konzeption.

Wuhleweg - Radfahrer auch im Winter in der Mehrzahl

Ende 2007 behauptete der zuständige Bezirksstadtrat für Ökologische Stadtentwicklung, Norbert Lüdtke, auf Nachfrage noch: "Nein, das sehen Sie falsch. Der Wuhletal-Wanderweg war nie als Radweg geplant worden." Tatsächlich wurde der zwischen 2002 und 2005 gebaute Wuhleweg schon 1993 als Radweg geplant und ist heute für viele Marzahner und Hellersdorfer oft der einzige Grund überhaupt aufs Fahrrad zu steigen.

Fahrradfahrer sind auf dem 17 Kilometer langen Weg - ganz genau sind es zwischen der Quelle auf dem Friedhof Ahrensfelde und der Mündung in Alt-Köpenick in die Spree 21 Kilometer - auch in der Mehrzahl. Offizielle Zahlen gibt es zwar nicht - doch selbst am letzten Sonntag konnten an einem kühlen und trüben Dezembertag rund 500 Fahrradtouristen gezählt werden.

Treptow-Köpenick ist Berlins grünster, aber auch fahrradunfreundlichster Bezirk - wenn man das Grünanlagengesetz ernst nimmt ...

"Der Wuhleweg ist in Berlin einer der besten Gründe vom Auto aufs Fahrrad umzusteigen", sagt Benno Koch, Berlins Fahrradbeauftragter. "Jetzt fehlen nur noch die Freigabeschilder auf den letzten Kilometern in Köpenick." Doch Treptow-Köpenick hatte in der Vergangenheit mit ähnlichen Aussagen wie im Nachbarbezirk das Radfahren auf dem Wuhleweg nur "geduldet" - und das Aufstellen der notwendigen Freigabeschilder abgelehnt. Auch der an den Wuhleweg anschließende neu gebaute Europaradweg R1 durch die Köpenicker Wuhlheide muss bereits seit zwei Jahren dieses Schicksal fristen: die "Radfahrer frei" Schilder fehlen - offiziell ist also Radfahren auch auf diesem Radweg nicht erlaubt ...

Hintergrund Wuhleweg

- alle Infos zum Wuhleweg auf der offiziellen Website unter www.marzahn-hellersdorf.de nachlesen

- den Wuhleweg in der Bildergalerie www.benno-koch.de ansehen

- Bilder geführter Radtouren auf dem Wuhleweg in der Bildergalerie www.benno-koch.de ansehen

- Making of ... Berlins Fahrradbeauftragter mit der RBB-Abendschau auf dem Wuhleweg unterwegs