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Uckermärkischer
Radrundweg

Uckermärkischer Radrundweg auf altem Bahndamm weiter ausgebaut

Fürstenwerder, 10. November 2008

Alter Bahndamm Fürstenwerder-Templin auf rund elf Kilometern neu asphaltiert und ausgeschildert

Der rund 32 Kilometer lange alte Bahndamm von Fürstenwerder nach Templin Fährkrug ist auf dem ersten Abschnitt (Fürstenwerder-Krewitz) in den vergangenen Monaten ausgebaut worden - und jetzt Teil des 260 Kilometer langen Uckermärkischen Radrundweges.

Jetziger Ausbau ist bereits der zweite Versuch

Bereits Anfang der 1990er Jahre sollte der Bahndamm im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM) als Radweg "U5" ausgebaut werden. Tatsächlich entsprach der wassergebundene Weg kurz darauf eher einer Schlamm- und Rüttelpiste mit Schlaglöchern, Trecker- und Hufspuren. Eine eindeutige Fahrradwegweisung oder eine sinnvolle Vermarktung gab es nicht - nur wenige Radfahrer verirrten sich hierher. Das Verständnis für einen nachhaltigen Fahrradtourismus steckte in Brandenburg noch in den Kinderschuhen.

Wassertürme, Bahnhöfe und Ladestraßen erinnern an die längst vergangene Dampflok-Ära

Die Idee den einstigen Bahndamm als Radweg auszubauen, war jedoch geboren. Bevor die Bahngleise 1945 als Reparationsleistung demontiert wurden, verkehrten auf der Strecke seit dem 15. August 1913 täglich sechs Personenzüge je Richtung.

Im Restaurant im Alten Bahnhof Fürstenwerder gibt's bis 22 Uhr ausgezeichnete Küche

Heute gehören zwei alte Wassertürme in Hardenbeck und in Fürstenwerder zu den auffälligsten Resten der einstigen Dampflok-Ära. Vereinzelt sind noch alte Brückenlager, Ladestraßen und Bahnsteigkanten erkennbar. In Fährkrug, Warthe, Weggun und Fürstenwerder stehen noch die Bahnhofsgebäude. In Fürstenwerder existierten sogar zwei voneinander unabhängige Strecken und Bahnhöfe - die Staatsbahn aus Templin und die Kreisbahn aus Prenzlau.

Im Alten Bahnhof Fürstenwerder (Kreisbahnbahnhof) entstand ein Restaurant - täglich außer dienstags gibt's hier bis 22 Uhr durchgehend warme Küche, sehr empfehlenswert!

Etwas abseits des Bahndammes in Boitzenburg das Schloss und die Schokoladenmanufaktur im Marstall entdecken

Der Uckermärkische Radrundweg folgt nur einem Teil des alten Bahndammes - auf rund elf Kilometern von Fürstenwerder über Parmen und Weggun nach Krewitz.

Von dort geht es über eine ruhige Landstraße nach Boitzenburg - dem touristischen Highlight der Radroute, gut fünf Kilometer vom Bahndamm entfernt. Mit seinem Schloss war der Ort von 1528 bis 1945 Stammsitz der Familie von Arnim. Das ab 1999 liebevoll sanierte Anwesen ist seit 2003 ein Familienhotel.

In die Schlagzeilen kam das Schloss 2005, als die Boitzenburg KG Insolvenz anmeldete - von den insgesamt 33 Millionen Euro Fördermitteln sollen bis zu 17 Millionen Euro für andere Zwecke abgezweigt worden sein ... der Hotelbetrieb ging jedoch unbeeinträchtigt weiter.

Inzwischen hat gegenüber vom Schloss im restaurierten Marstall die Schokoladenmanufaktur von Olivia Schimmelpfennig eröffnet. Täglich bis 17 Uhr gibt es hier von Belgischer Schokolade bis zu Boitzenburger Trüffeln ausreichend Energie für den Rückweg zum nächsten Bahnhof zu tanken.

Ausbau des Bahndammes zum Bahnhof Templin ungeklärt 

Im kommenden Jahr soll der nächste Radweg-Abschnitt von Boitzenburg über Hardenbeck zurück zum Bahndamm an der Landstraße L15 ausgebaut werden.

Ungeklärt ist der weitere Ausbau nach Templin, wo ein sinnvoller Anschluss an die Regionalbahn zurück nach Berlin bestehen würde. Entsprechend verwundert reagiert die freundliche Mitarbeiterin in der Touristinformation der Stadt wie weit denn der Ausbau des Bahndammes sei: Im Sommer könne man dort gut Rad fahren, aber jetzt seien doch überall Pfützen ... Naja, um ganz ehrlich zu sein, kommen zu den Pfützen noch Schlaglöcher, zerrittene Holperpisten und rutschige Feldsteine - auch im Sommer wird's kaum besser. Inzwischen gebe es jedoch Signale aus Templin, den notwendigen Eigenanteil für einen Ausbau des Radweges doch noch irgendwo aufzutreiben, heißt es im Landratsamt Uckermark.

Nördliche Anbindung auf dem Bahndamm der einstigen Kreisbahn nach Prenzlau wäre attraktive Alternative

Nicht nur der südliche Anschluss an den Bahnhof Templin, auch die nördliche Anbindung von Fürstenwerder an den Bahnhof Prenzlau ist noch ungeklärt. Die Landstraße L25 führt zwar direkt von Fürstenwerder über 25 Kilometer nach Prenzlau - aber als touristische Strecke kaum empfehlenswert. Eine äußerst attraktive Alternative wäre der Ausbau eines Radweges auf dem hier ebenfalls noch vorhandenen Bahndamm der 1978 stillgelegten Prenzlauer Kreisbahn. An dieser Strecke liegen natürlich noch weitere verwunschene Anwesen - so das halb verfallene Schloss Kraatz ...

Hintergrund Uckermärkischer Radrundweg

- unter www.reiseland-brandenburg.de

- Fotos in der Bildergalerie www.benno-koch.de ansehen

- GPS-Track Prenzlau-Fürstenwerder-Templin auf Anfrage unter kontakt@benno-koch.de